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Von unpraktisch bis krebserregend ARD-Check: die fünf größten Ärgernisse bei Verpackungen

Verpackungen produzieren Unmengen an Müll - und häufig auch noch anderen Ärger
Verpackungen produzieren Unmengen an Müll - und häufig auch noch anderen Ärger
© WDR
Viele Verpackungen sind schwer aufzubekommen, umweltschädlich oder sogar krebserregend. Warum eigentlich? Die ARD nennt in ihrem Haushalts-Check die größten Verpackungsärgernisse und erklärt, was dahinter steckt. 

Manchmal scheint es, als hätte die Verpackungsindustrie die vergangenen Jahrzehnte allein dafür genutzt, um uns immer perfider in den Wahnsinn zu treiben. Am Marmeladenglas saugt sich der Deckel so fest, dass schon Generationen verzweifelt sind. Reinigungsmittel mit angeblicher Kindersicherung dagegen bekommen schon Fünfjährige auf. Manche Verpackungen sind komplett überflüssig, andere irreführend und einige sogar gesundheitsschädlich. Die ARD hat sich in ihrem Haushalts-Check "Vorsicht Verpackung - überflüssig, teuer und giftig?" die Welt der Verpackungsindustrie vorgeknöpft - und zeigt, was hinter den größten Ärgernissen für Kunden steckt.

Von unpraktisch bis krebserregend: ARD-Check: die fünf größten Ärgernisse bei Verpackungen

1. Ärgernis: Blister-Verpackungen

In die sogenannten Blister-Verpackungen werden Batterien, Rasierer und allerlei ähnliches Kleinzeug eingeschweißt. Meist bekommt man die Plastikhülle ohne Hilfsmittel wie Schere gar nicht auf - und dann muss man aufpassen, dass man sich nicht an den scharfen Kanten schneidet. Warum gibt es diese Nerv-Verpackungen? Aus der Sicht des Handels erscheinen Produkte im Plastik-Blister hochwertiger, weil man mehr in der Hand hat und der Kunde sicher gehen kann, dass die Produkte nicht benutzt sind. Außerdem soll Blister vor Beschädigung und Diebstahl schützen. Rossmann erklärt auf ARD-Anfrage, es sei gewollt, dass sich die Verpackungen nicht ohne Hilfsmittel öffnen ließen - und schickt tatsächlich ein Video mit, wie man die Dinger mit einem Dosenöffner aufbekommt.

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2. Ärgernis: überflüssige Verpackungen

Viele Verbraucher fragen sich: Warum muss die Salatgurke oder das Bündel Bananen in Plastik eingepackt sein? Obst und Gemüse haben doch schon eine natürliche Verpackung - die Schale. Auch hier wieder macht es sich der Handel einfach. Die Plastikhülle dient häufig einzig und allein der Unterscheidung zwischen konventioneller und Bio-Ware. Kommen die Bananen im Plastik aufs Band, weiß die Kassiererin, dass es sich um die Bioware handelt oder andersherum.

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3. Ärgernis: Verschwendungsverpackungen

Wer Mayo oder Ketchup aus der Tube kauft, kennt das Problem: Stellt man die Packung mit der Öffnung nach oben, bekommt man nichts heraus, lagert man sie andersherum, schießt einem der Inhalt entgegen. Zudem bekommt man den letzten Rest häufig nicht heraus. Das ist bei Kosmetika meist noch ärgerlicher, weil schon kleine Mengen dort oft viel kosten. Mayonnaise-Hersteller Müller erklärt dennoch, die Verpackungen entsprächen "den Anforderungen unserer Handelspartner und dem größtmöglichen Verbrauchernutzen". Die Kosmetikhersteller äußerten sich gegenüber der ARD nicht.

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4. Ärgernis: Schummelei bei der Recyclingquote

Recycling hilft, die Verschwendung von Ressourcen zu begrenzen, und die Deutschen haben dabei auch einen guten Ruf. Für Kunststoff, Glas oder Papier gelten hohe Recyclingquoten von 60 bis 75 Prozent, die auf dem Papier auch alle locker erreicht werden. Allerdings: Wir beschummeln uns zu einem Teil dabei selbst. Denn die Quoten zählen allein die Menge, die in Säcken zurückkommt, unabhängig davon, ob auch das Richtige drin ist. Mit anderen Worten: Jede Fehlbefüllung erhöht die Recycling-Quote. Sinnvoller wäre es, zu zählen, was sich auch wirklich wiederverwerten lässt.

Von unpraktisch bis krebserregend: ARD-Check: die fünf größten Ärgernisse bei Verpackungen

5. Ärgernis: Schadstoffe in Verpackungen

Das Wort Ärgernis ist in diesem Fall eigentlich viel zu milde. Die ARD ließ je drei Reis- und Schokoladeverpackungen von Ökotest untersuchen, weil in Papierverpackungen in der Vergangenheit bereits Mineralöle festgestellt wurden, die Krebs auslösen können. Der Test ergab alarmierende Werte: Beim getesteten Markenreis war ebenso wie beim Discounterreis die Belastung im Rahmen, der Bioreis aber wies stark erhöhten Anteil an Mineralöl auf. Der Händler des Bioreises nahm das Produkt daraufhin aus dem Verkauf.

Bei den Süßigkeiten war das Ergebnis der Stichprobe noch bedenklicher. In Ordnung war lediglich die Smarties-Verpackung, die Nuss-Schokoladentafel vom Discounter stufte Ökotest als befriedigend und die Bio-Schokolade als mangelhaft ein. Hersteller Lovechock zeigte sich "erschrocken über die Resultate" und will nun sowohl die Verpackung als auch die verwendeten Rohstoffe überprüfen.

"Der Haushalts-Check: Vorsicht Verpackung - überflüssig, teuer und giftig?" - Montag, 9.11., um 20:15 im Ersten und anschließend in der Mediathek


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