Bahnchef Mehdorn Ein Herz für kleine Bahnhöfe


Bahnchef Hartmut Mehdorn hat Berichte dementiert, denen zufolge das Bundesverkehrsministerium im Zuge der Bahnprivatisierung massive Kürzungen für Bahnhöfe mit wenig Passagieren plant. Mehdorn bezeichnet diese Meldungen als "Unsinn".

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat einen Medienbericht über Pläne der Bundesregierung zur Schließung von kleineren Bahnhöfen als "Unsinn“ bezeichnet. "Es gibt keine Bahnhofsschließungen“, sagte Mehdorn am Dienstag. Zwischen Bahn und der Bundesregierung sei über Investitionskürzungen für kleine Bahnhöfe nicht gesprochen worden. "Darüber denkt auch keiner nach. Das ist schlicht falsch“, sagte der Manager am Rande einer Tourismustagung. Die Bahn wolle nicht weniger Verkehr, sondern mehr auf die Schiene bringen. Eine andere Frage sei, ob im Nahverkehr spätabends für wenige Fahrgäste anstelle eines Zuges von der Bahn nicht preiswerter ein Bus eingesetzt werden könne, sagte er anschließend auf einer Podiumsdiskussion.

Bis zu 50 Prozent der Bahnhöfe angeblich betroffen

Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wolle die Bundesländer drängen, nicht mehr in wenig genutzte Zugstrecken und Bahnhöfe zu investieren. Für Stationen mit weniger als 100 Fahrgästen pro Werktag solle es künftig keine Bundeszuweisungen an die Länder mehr geben. Die Zeitung beruft sich dabei auf ein nicht näher bezeichnetes Regierungspapier zur Bahn-Privatisierung.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) zufolge, droht die Schließung von 53 Prozent der Bahnhöfe seines Bundeslandes. Laut "Financial Times Deutschland“ sollen nämlich weiterhin alle Bahnhöfe "mit aufwendigen Bahnsteigen" und barrierefreien Zugängen nicht mehr gefördert werden.

DPA/REUTERS

Reuters Reuters

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