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"Einvernehmliche Preisanpassung" : Preiserhöhung um 800 Euro: Die dreiste Strompreismasche von BEV Energie

Der Stromanbieter BEV Energie schockt Verbraucher mit Preiserhöhungen um Hunderte Euro - und das trotz geltender Preisgarantie. Das dreiste Vorgehen empört Kunden und Verbraucherschützer - und wirft Fragen auf.

Strompreis

Die Strompreise steigen - aber nirgendwo annähernd so, wie bei BEV Energie

Getty Images

Schwarze Schafe unter den Stromanbietern sorgen immer wieder für Ärger bei Kunden. Doch was derzeit beim Strom- und Gasanbieter BEV Energie abgeht, zählt definitiv zu den krasseren Fällen. Exorbitante Preiserhöhungen, seltsame Bettelbriefe, intransparente Rechnungen - die Beschwerden von Kunden häufen sich, Verbraucherschützer warnen und die Bundesnetzagentur ist alarmiert.

Dazu muss man wissen, dass es sich bei der BEV Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft  nicht etwa um ein gemütliches regionales Traditionsunternehmen handelt, sondern einen 2013 gegründeten Stromdiscounter, der bis Ende 2018 mit aggressiven Kampfpreisen auf Vergleichsportalen wie Verivox und Check24 um Neukunden warb. Marktkenner vermuten, dass BEV mit seinen hohen Neukundenboni in den vergangenen Jahren Hunderttausende Stromkunden gewinnen konnte.

Anbieter, die mit solchen Lockangeboten Kunden ködern, erhöhen in der Regel nach Ablauf der Preisbindung den Strompreis drastisch, um die Dumpingpreise wieder auszugleichen. Diese Masche ist seit Jahren berüchtigt.

Bei Wäschetrocknern sollte man auch die Folgekosten durch den Stromverbrauch bedenken

BEV erhöht Preise trotz Preisgarantie

Doch die BEV geht noch darüber hinaus. Seit einigen Wochen verschickt die Firma an ihre Kunden Briefe, in denen sie drastische Preiserhöhungen noch innerhalb der Preisgarantie ankündigt. In einem dieser Schreiben, das dem stern vorliegt, kündigt die BEV ihrem Kunden zunächst eine üppige Preiserhöhung nach Ablauf der Preisgarantie an. Um 164 Prozent soll der monatliche Grundpreis steigen, der Arbeitspreis zusätzlich um mehr als 15 Prozent - unterm Strich bedeutet dies für den Kunden jährliche Mehrkosten von rund 800 Euro.

Doch damit nicht genug: Auf der nächsten Seite heißt es dann unter dem Punkt "einvernehmliche Preisanpassung", dass der höhere Preis trotz geltender Preisgarantie schon ab 1. Februar, also quasi ab sofort, gelten soll. 

Begründet wird die Sofort-Erhöhung mit "dramatisch steigenden Kosten" für die Strombeschaffung und CO2-Emissionszertifikate. Dass die Beschaffungskosten für Strom in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, ist zwar richtig. Doch kein anderer Anbieter erhöht deshalb derart die Preise. Von den Grundversorgern hat etwa die Hälfte in den vergangenen Wochen die Preise erhöht, allerdings im Schnitt nur um rund fünf Prozent.

Was bezweckt die Stromfirma?

Dass die BEV nun nicht einmal mehr bis zum Ende der Preisgarantie warten will, um den Kunden eine Erhöhung reinzudrücken, legt den Verdacht nahe, dass das Geschäftsmodell nicht mehr aufgeht. Bei Verivox und Check24 ist die BEV seit Mitte Dezember nicht mehr gelistet - auf Wunsch des Unternehmens selbst, wie die Vergleichsportale der "Welt" erklärten. Es scheint, als ob die Firma die Lust an der Dumping-Strategie verloren hat

Das können Kunden tun

Rechtens dürfte die einseitig verordnete "einvernehmliche" Preiserhöhung innerhalb der Preisbindung allerdings nicht sein. Die Verbraucherzentrale erklärt, dass ein Schweigen des Kunden die BEV keineswegs dazu berechtigt, einfach mehr Geld einzuziehen. Sie empfiehlt betroffenen Kunden, wie folgt auf das Schreiben zu reagieren.

  • Zunächst einmal sollten BEV-Kunden der einvernehmlichen Preiserhöhung widersprechen und auf Einhaltung der Preisgarantie pochen.
  • Zudem sollten sie das Sepa-Lastschriftmandat kündigen, damit die BEV nicht die erhöhten Abschläge einziehen kann.
  • Um selbst nicht in Zahlungsverzug zu kommen, können Betroffene anschließend einen Dauerauftrag über die bisherigen Abschlagszahlungen einrichten.

Fragen des stern zum seltsamen Geschäftsgebahren der Stromfirma beantwortete die BEV-Pressestelle am Montag nicht. In einem als "Interview" getarnten PR-Text auf der Seite Verbraucherschutz.de (hat nichts mit der Verbraucherzentrale zu tun) spielte das Unternehmen kürzlich die eigenen Preiserhöhungen herunter und verwies auf die Erhöhungen anderer Anbieter. Von der neuen Praxis der "einvernehmlichen Preisanpassungen" innerhalb der Preisgarantie ist dort gar nicht erst die Rede.

BEV schon lange in der Kritik

In der Kritik steht die BEV schon seit Längerem. Die Stiftung Warentest zählte den Stromdiscounter schon 2014 zu den Anbietern, die "keine fairen Tarife" anbieten. Auf dem Beschwerdeportal Reclabox liefen seit Ende 2015 mehr als 2000 Beschwerden ein - vor allem über falsche Abrechnungen und nicht ausgezahlte Guthaben und Boni. Und die Bewertung bei Trustpilot ist verheerend.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen mahnte BEV bereits Ende 2017 erfolgreich wegen irreführender Abschlagszahlungen ab. Und auch die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde hat die Skandalfirma bereits ins Auge gefasst: Sie hat laut "Welt" - unabhängig von den jüngsten Preiserhöhungsbriefen - ein Aufsichtsverfahren wegen intransparenter Zwischenabrechnungen eingeleitet.

Dieser Text wurde am 15. Februar 2019 aktualisiert.

Links: Verbraucherzentrale / Welt / Reclabox / Trustpilot / Informationen bei Switchup 

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.