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Börsen: Aktienkurse stürzen weltweit ab

Konjunkturdaten aus den USA drücken die Börsen: Nachdem die amerikanischen Aktien-Indizes mit massiven Kursverlusten aus dem Handel gegangen waren, setzte sich der Abwärtstrend an den Märkten Asiens und Europas fort. Der Nikkei fiel unter die 8000-Punkte-Marke, der Dax startete zunächst schwach. Auch der Ölpreis gibt weiter nach.

Nach schlechten Konjunkturdaten aus den USA stürzen weltweit die Aktienkurse ab. In Tokio sackte der Nikkei- Index am Dienstag unter die psychologisch wichtige Marke von 8000 Punkten. Zum Handelsschluss notierte das Barometer für 225 führende Werte einen heftigen Abschlag von gut 533 Punkten oder 6,35 Prozent auf rund 7863 Punkte. In Hongkong verlor der Hang-Seng-Index 5,0 Prozent auf knapp 13406 Punkte. Belastet von Verlusten an der New Yorker Wall Street und an den asiatischen Börsen startete auch der deutsche Aktienmarkt mit Verlusten in den Handel. Der Leitindex Dax fiel zu Handelsbeginn gut 2 Prozent. Im weiteren Verlauf erholte er sich aber deutlich. Gegen Mittag notierte er etwa 0,5 Prozent höher als am Vortag bei etwas über 4.400 Zählern.

Konjunkturdaten drücken Dow

Zuvor waren am Montagabend die wichtigsten US-Aktienindizes mit massiven Kursverlusten aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones rutschte um 7,70 Prozent auf rund 8149 Punkte ab. Ein Grund waren schlechte Konjunkturdaten: So waren die Bauausgaben im Oktober stärker als erwartet gesunken. Zudem war der ISM-Einkaufsmanagerindex der Industrie im November überraschend deutlich gefallen. Auch Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke hätten die Märkte wieder an die derzeitigen und noch bevorstehenden Schwierigkeiten erinnert, sagten Händler. Die amerikanische Wirtschaft bleibt nach Einschätzung des Präsidenten der Federal Reserve unter "bedeutsamem Stress".

Auch die lateinamerikanischen Börsen erlitten im Schlepptau der Weltbörsen heftige Verlusten. Im brasilianischen Sao Paulo stürzte der Aktien-Index Bovespa um 1855 Zähler (5,07 Prozent) auf 34.740 Punkte ab. Noch schlimmer erwischte es die Anleger in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, wo der Merval-Index 68 Zähler (6,92 Prozent) auf 925 Punkte in die Tiefe rauschte. Der IPC-Index in Mexiko-Stadt musste 1001 Zähler (4,88 Prozent) abgeben und schloss bei 19.533 Punkten.

Japans Zentralbank hilft Unternehmen

Angesichts der globalen Finanzkrise stellt die japanische Zentralbank den Unternehmen des Landes Finanzierungshilfen bereit. Das beschloss der geldpolitische Rat der Bank of Japan (BoJ) am Dienstag auf einer Sondersitzung. Zudem beließ die Zentralbank den Leitzins unverändert bei 0,3 Prozent.

Die Banken des Landes sollen dazu ermuntert werden, vor allem kleineren Unternehmen mehr Kredite bereitzustellen, damit sie sich über die restlichen Monate des noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahres retten können. Wegen der Finanzkrise halten sich die Finanzinstitute des Landes aus Angst vor weiteren Unternehmenszusammenbrüchen mit der Gewährung von Krediten zurück.

Unsicherheit drückt den Ölpreis

Auch die Ölpreise gaben am Dienstag weiter nach und sind auf den niedrigsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren gesunken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte WTI zur Auslieferung im Januar kostete im frühen Handel 47,84 Dollar und damit 1,44 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für die Nordseesorte Brent sank am Morgen um 1,47 Dollar auf 46,50 Dollar.

Händler sagten zur Begründung, nach wie vor herrsche an den Märkten große Unsicherheit über die weitere Entwicklung der globalen Konjunktur. Auch die Aussicht auf eine baldige Verringerung der Ölförderung seitens der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) habe die Ölpreise kaum stützen können, hieß es.

DPA / DPA