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Falschparken, Quarantäne, Weihnachtsmärkte Das ändert sich für Verbraucher im November

Unter anderem wer Rad- und Gehwege zuparkt, muss künftig höhere Strafen zahlen
Unter anderem wer Rad- und Gehwege zuparkt, muss künftig höhere Strafen zahlen
© Oliver Berg / DPA
Im Straßenverkehr gelten ab November deutlich höhere Bußgelder. Ungeimpften in Quarantäne drohen Gehaltseinbußen und Reisen in die USA sind wieder möglich. Außerdem beginnen Karnevals- und Weihnachtsmarktsaison – diesmal unter besonderen Vorzeichen.

Im November kommen auf Verbraucher einige wichtige Änderungen zu: Was Autofahrer, Arbeitnehmer und USA-Reisende wissen müssen – und wie unter Corona-Bedingungen Karnevals- und Weihnachtsstimmung aufkommen soll.

Lohnfortzahlung bei Quarantäne

Freiwillig Ungeimpfte, die in Corona-Quarantäne müssen, erhalten ab dem 1. November keine Entschädigung für Verdienstausfälle mehr. Diesem Beschluss haben alle Bundesländer bis auf Bremen und Thüringen zugestimmt. Betroffen sein können Reiserückkehrer aus Hochrisiko- und Virusvariantengebieten sowie Kontaktpersonen von Coronainfizierten. Diesen stand bisher im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes eine staatliche Entschädigung zu. Da die Quarantäne mittlerweile aber durch die Schutzimpfung verhindert werden kann, fällt der Anspruch weg.

Anders sieht es bei Impfunwilligen aus, die selbst an Corona erkranken: Sie haben weiterhin grundsätzlich ein Anrecht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Ausnahmen von der neuen Quarantäne-Regelung gibt es zudem für Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, sie erhalten weiter Entschädigungen. Zudem gilt der Beschluss aus rechtlichen Gründen in den meisten Bundesländern nicht für ungeimpfte Beamte. 

Höhere Bußgelder im Straßenverkehr

Ab dem 9. November wird es für Raser und Falschparker teurer. Denn ab dann gilt der neue Bußgeldkatalog für Regelverstöße im Straßenverkehr. Zu schnelles Fahren kostet dann teilweise doppelt so viel bisher: Wer etwa innerorts mit 16 bis 20 km/h zu viel geblitzt wird, zahlt 70 statt 35 Euro. Außerorts kosten 16 bis 20 km/h zu viel künftig 60 Euro (bisher 30). Schon ab 21 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung wird es dreistellig.

Auch für Falschparken erhöhen sich die Bußgelder. Wer sein Auto im einfachen Halte- oder Parkverbot abstellt, zahlt künftig mindestens 25 Euro (bisher 15 Euro). Die Bußgelder erhöhen sich ab einer Stunde Falschparken und/oder wenn man andere behindert. Wer in zweiter Reihe parkt, zahlt künftig mindestens 55 Euro statt 20 Euro Strafe. Für Zweite-Reihe-Parker, die länger als 15 Minuten andere Verkehrsteilnehmer behindern, erhöht sich das Bußgeld von 35 auf 90 Euro.

Auch wer sich unberechtigt auf Behindertenparkplätze stellt, Feuerwehrzufahrten oder Fahrrad- und Gehwege zuparkt, muss künftig mehr bezahlen. Geh- und Radwegparker zahlen je nach Dauer und Schwere des Verstoßes 55 bis 100 Euro. Komplett neu im Bußgeld-Programm: Unberechtigtes Parken auf Stellplatzen für E-Autos oder Car-Sharing-Fahrzeuge kostet 55 Euro. 

Die Feuerwehr von Camden schlägt die Scheiben seines Autos ein.

USA-Reisen wieder möglich

Eineinhalb Jahre lang waren Reisen in die USA praktisch unmöglich. Ab dem 8. November dürfen Touristen wieder in die USA fliegen. Voraussetzung ist eine vollständige Impfung UND ein negativer Corona-Test, der maximal 72 Stunden alt sein darf. Aufgepasst: Genesen zu sein reicht nicht aus. In den USA müssen Genesene sogar zwei Spritzen bekommen, um als vollständig geimpft zu gelten. Ob die in Deutschland nach Genesung vorgesehene Einzelimpfung ausreicht, ist noch unklar. Grundsätzlich akzeptieren die USA alle auch hier zugelassenen Impfstoffe. Für Kinder und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, sollen Ausnahmen gelten. Das Auswärtige Amt warnt wegen der allgemeinen Corona-Lage aktuell weiterhin vor nicht notwendigen touristischen Reisen in das Land.

Weihnachtsmärkte starten früher

Letztes Jahr musste die Weihnachtsmarktsaison pandemiebedingt weitgehend ausfallen, in diesem Jahr soll es dafür besonders früh losgehen. Einige Weihnachtsmärkte öffnen schon Mitte November. Die Corona-Auflagen dürften regional unterschiedlich ausfallen. In Berlin etwa wird es eine Maskenpflicht gebe - es sei denn, der Markt öffnet nur für Geimpfte und Genesene.  Hamburg schreibt für 3G-Weihnachtsmärkte Masken, begrenzte Besucherzahlen, Abstände zischen den Tischen sowie eine Alkohol-Sperrstunde ab 22 Uhr vor. Für Märkte mit 2G-Modell sind solche Beschränkungen aufgehoben. 

Karnevalsauftakt unter Corona-Bedingungen

In manchen Regionen bringt man sich im November nicht nur für das bevorstehende Weihnachtsfest in Stimmung. Am 11.11. beginnt auch offiziell die närrische Session. Nach der Zwangspause im vergangenen Jahr ist der diesjährige Karnevalsauftakt mehr als nur die übliche Routine. Wer mitfeiern will, muss die Corona-Regeln beachten: Die traditionelle Sessionseröffnung in der Kölner Altstadt etwa läuft unter 2G-Bedingungen und mit Einlasstickets. Auch bei vielen Indoor-Partys wird im 2G-Modus geschunkelt, bei anderen gilt 3G Plus (Genesen, Geimpft PCR-Getestet).

Rabatte am Black Friday

Rund um den Black Friday am 26. November werben Händler wieder im großen Stil mit Rabatten. Das aus den USA importierte Shopping-Event hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend bei uns etabliert. Inwiefern sich diesmal Waren-Engpässe aufgrund gestörter internationaler Lieferketten bemerkbar machen, ist noch unklar. Für Schnäppchenjäger wird es aber in jedem Fall wieder jede Menge bunte Angebote geben.

Quellen: DPA / ADAC / Auswärtiges Amt / Stadt Köln / Stadt Hamburg


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