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Limonaden-Hersteller: Coca-Cola kämpft mit einem großen Problem - und hat auch schon die Lösung parat

Coca-Cola konnte sich jahrzehntelang auf die US-Bürger verlassen: Trotz hohem Zuckergehalt griffen sie regelmäßig zur braunen Limo. Doch das scheint sich geändert zu haben. 

Coca-Cola gehört für die Amerikaner zum Leben dazu. Wenn in Großbritannien Tee als Nationalgetränk angesehen wird und Deutschland als Bier-Nation gilt, steht die zuckrige Brause für die USA. Zumindest bislang. Denn offenbar vergeht den Amerikanern die Lust auf Cola. Erstmals seit dem Beginn statistischer Erhebung zum Trinkverhalten in den USA landet Mineralwasser vor Coca-Cola, berichtet das "Wall Street Journal".

Den deutschen Konsumenten mag das verwundern, schließlich wird hierzulande deutlich mehr Wasser als Limonade getrunken. Pro Kopf trinken die Deutschen rund 148 Liter Wasser im Jahr, von Erfrischungsgetränken genehmigen sich die Bürger nur 119 Liter. Der Verbrauch von Wasser steigt in Deutschland seit Jahren. Im Jahr 2000 waren es jährlich rund 100 Liter, 1970 sogar nur 12 (!) Liter pro Kopf im Jahr. Wasser ist gesund - das haben nun offenbar auch die Amerikaner entdeckt.

Wasser überholt Limonade

Im Jahr 2016 tranken die Amerikaner nur noch 146 Liter Limonade - und griffen im Gegenzug zu 149 Litern Wasser im Jahr. Vor rund zehn Jahren sah das noch anders aus. Damals waren zuckrige Limonaden das Getränk Nummer eins in den , rund 185 Liter tranken sie pro Kopf. Wasser war weit abgeschlagen mit nur 105 Litern.

Für den Coca-Cola-Konzern sind das schlechte Nachrichten. Immerhin 73 Prozent des gesamten Geschäfts macht das Unternehmen mit Soft Drinks. Dabei sind die USA der wichtigste Markt. Rund 46 Prozent des Umsatzes macht Coca Cola auf dem Heimatmarkt. Die Verkaufsschwäche trifft den Konzern also hart - zumindest eigentlich.

Coca-Cola profitiert auch vom Wasserkonsum

Denn Coca-Cola verkauft nicht nur zuckerhaltige Brause, sondern setzt auch auf den Verkauf von Mineralwasser. Bislang ist Nestlé Marktführer in den USA. Fast jedes vierte Wasser stammt von den beiden Marken wie Nestlé Pure Life und Poland Spring. Coca-Cola kommt mit den Marken Dasani, Glaucéau oder Smartwater auf einen Marktanteil von rund 18 Prozent. Hier könnte der Konzern noch wachsen, denn die Amerikaner greifen vermehrt zu Mineralwasser und trinken weniger Wasser aus der Leitung. Meldungen zu Verunreinigungen scheinen diesen Trend zu fördern. Doch ein Problem bleibt Coca-Cola erhalten: Selbst steigende Wasserverkäufe retten den Gesamtumsatz nur zum Teil, denn mit Wasser verdient das Unternehmen bislang deutlich weniger als mit Limonade. Die Zucker-Brausen bescheren dem Konzern einen Umsatz von rund 40 Milliarden Dollar, Wasser bringt hingegen nur etwas mehr als 21 Milliarden Dollar ein. 

US-Amerikaner sind zu dick

Der Gesundheitstrend in den USA könnte den Wandel vorantreiben. Denn die Amerikaner platzen wortwörtlich aus allen Nähten. Innerhalb von 20 Jahren hat sich die Zahl der Übergewichtigen verdoppelt, Schätzungen zufolge sind 30 Prozent der US-Bevölkerung klinisch übergewichtig und 65 Prozent übergewichtig. Wenig verwunderlich, immerhin trinkt jeder dritte US-Bürger täglich Soft Drinks. Vor allem die Zahl dicker und fettleibiger Kinder und Jugendlicher ist alarmierend. Da Wasser trinken helfen kann, das Gewicht zu reduzieren, schlugen Forscher jüngst vor, kostenlose Wasserspender an den US-Schulen aufzustellen

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