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Bahnstreik "Scheinangebot" abgelehnt – Lokführergewerkschaft GDL weitet Ausstand auf Personenverkehr aus

Lokführer setzen Streik im Personenverkehr fort – Bahn-Sprecher attackiert GDL
Sehen Sie im Video: Lokführer setzen Streik im Personenverkehr fort – Reisende zeigen Verständnis.




Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihren Bahnstreik seit dem frühen Montagmorgen ausgeweitet. Seit 2:00 Uhr bestreikt die GDL auch den Personenverkehr der Deutschen Bahn, teilte das Unternehmen mit. Im Fernverkehr werde während des Streiks ein Grundangebot von rund einem Viertel des normalen Fahrplans unterwegs sein. Im Regional- und S-Bahnverkehr peile die Bahn erneut etwa 40 Prozent des Zugverkehrs an. Eine genaue Einschätzung der Auswirkungen sei erst nach dem Betriebsstart am Morgen möglich, hieß es in einer Mitteilung der Bahn. Trotz der Behinderungen – Reisende und Pendler, wie hier in Köln, zeigten Verständnis: "Ich finde, die Erpressung liegt beim Bahnvorstand. Und da sehe ich mich eher als Opfer. Also ich unterstütze den Streik, mit anderen Worten, obwohl ich betroffen bin." "Ich bin betroffen. Ich bin Kummer mit der Bahn gewohnt. Solange die Züge fahren, die im Navigator stehen, kann ich damit leben." "Aber da einige fahren, ich werde schon dahin kommen, wo ich hinkommen möchte, sprich zur Arbeit. Aber grundsätzlich habe ich mit dem Streik kein Problem. Da stehe ich eigentlich zu, finde ich in Ordnung, Arbeitskampf muss sein. Ist so." Bei der Bahn gab es hingegen Unverständnis für den Arbeitskampf. Man habe der GDL verbesserte Angebote gemacht, sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß in Berlin: "Dieser zweite Streik der GDL ist noch überflüssiger als der erste. Wir haben gestern der GDL- Spitze ein starkes Signal gesendet. Wir wollen bei Verhandlungen auch über eine Corona- Prämie sprechen, eine Corona-Prämie für die Beschäftigten, die sogar noch dieses Jahr wirksam würde. Gleichzeitig haben wir die GDL aufgefordert, die Streiks im Personenverkehr abzusagen. Die GDL hat das abgelehnt. Das zeigt, der GDL geht es um einen politischen Kampf und nicht um eine Lösung am Verhandlungstisch." Die GDL hatte am Sonntag von der Bahn angebotene Verhandlungen über eine Corona-Prämie für 2021 abgelehnt und bekräftigt, zum Wochenanfang den Arbeitskampf fortzusetzen Der Arbeitskampf soll am Mittwochmorgen um 02.00 Uhr enden. Im Güterverkehr, wo bereits seit Samstag gestreikt wird, erwartet die Bahn im Laufe des Montags zunehmend Beeinträchtigungen und Verspätungen der Güterzüge.
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Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn ist in vollem Gange. Seit Samstag lassen Beschäftigte im Güterverkehr die Arbeit ruhen, in der Nacht auf Montag wurde der Arbeitskampf auf den Personenverkehr ausgeweitet.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihren Streik bei der Deutschen Bahn am frühen Montagmorgen auch auf den Personenverkehr ausgeweitet. "Pünktlich um zwei Uhr morgens sind wir in den Streik gegangen", sagte ein Mitarbeiter der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am frühen Montagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Bis Mittwochfrüh, 2.00 Uhr, müssen sich Millionen Reisende auf massive Einschränkungen vor allem im Fernverkehr einstellen. Neben den Lokführerinnen und Lokführern sind erneut auch Beschäftigte in der Infrastruktur – etwa in den Stellwerken – aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen.

GDL lehnt "Scheinangebot" ab

Die Bahn scheiterte am Sonntag mit dem Versuch, den Streik im Personenverkehr noch abzuwenden. Sie erklärte sich bereit, über eine Corona-Prämie für die Beschäftigten, eine der GDL-Forderungen, zu verhandeln. Die GDL sah darin jedoch ein "Scheinangebot" und hielt an den Streikplänen fest.

Eine genaue Einschätzung der Auswirkungen sei erst nach dem Betriebsstart am Morgen möglich, teilte die Deutsche Bahn in der Nacht mit. Im Regional- und S-Bahnverkehr wird ein Fahraufkommen von etwa 40 Prozent der Bahnen erwartet. Das Unternehmen will rund ein Viertel der Fernzüge fahren lassen. Vor allem auf einigen Hauptachsen soll alle zwei Stunden ein Zug fahren. Doch das Angebot werde regional sehr unterschiedlich verteilt sein, hieß es. Zugausfälle und Verspätungen werden zur Regel.

Zweite Streikwelle im aktuellen Tarifkonflikt

Der Konzern geht davon aus, dass sich der Fernverkehr im Laufe des Mittwochs wieder normalisieren wird. Es ist bereits die zweite Streikwelle im laufenden Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der GDL. Vor rund zwei Wochen hat die Gewerkschaft bereits zwei Tage lang große Teile des Personenverkehrs lahmgelegt. Dieses Mal hatten die Reisenden allerdings länger Zeit, sich auf den Arbeitskampf einzustellen. GDL-Chef Claus Weselsky hatte bereits am Freitag die Streikaktionen angekündigt.

"Es ist nicht das Ziel der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in Deutschland, den Eisenbahnverkehr lahm zu legen", sagte er am Freitag. "Sondern es ist das Ziel, bessere Einkommen zu erreichen, die Kleinstrente zu schützen."

In dem Tarifstreit geht es unter anderem um mehr Geld für die Beschäftigten. Über die Höhe der künftigen Löhne und Gehälter sind sich beide Seiten einig: 3,2 Prozent mehr soll es geben. Aber über den Zeitpunkt der Auszahlung besteht Uneinigkeit. Offen sind außerdem Fragen zur Betriebsrente, die Höhe einer möglichen Corona-Prämie für die Beschäftigten sowie zum Einflussbereich der GDL.

Bahnstreik: "Scheinangebot" abgelehnt – Lokführergewerkschaft GDL weitet Ausstand auf Personenverkehr aus

Verkehrsminister Scheuer fordert schnelle Einigung

Denn nicht zuletzt geht es der Gewerkschaft in der Auseinandersetzung auch um den eigenen Einfluss im Konzern, den sie durch das sogenannte Tarifeinheitsgesetz gefährdet sieht. Das Gesetz sieht vor, dass in einem Betrieb mit zwei konkurrierenden Gewerkschaften nur die Tarifverträge der mitgliederstärkeren Arbeitnehmervertretung zur Anwendung kommen. Bei den Betrieben der Deutschen Bahn ist das in der Regel die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Zuletzt hatte auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) beide Seiten dazu aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Machen Sie die gute Entwicklung nach der langen Covid-Durststrecke nicht durch einen langwierigen #Tarifkonflikt wieder zunichte! Die Lage ist besorgniserregend", schrieb er auf Twitter mit Blick auf den sich nach der Corona-Krise langsam wieder erholenden Fernverkehr.

mth DPA

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