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Deutsche Bahn: Grube räumt im Vorstand auf

Der neue Bahnchef Rüdiger Grube zieht Konsequenzen aus der Datenaffäre des Unternehmens. Kurz vor der Vorstellung des Untersuchungsberichtes zu dem Skandal sickerte aus dem Bahn-Tower durch, dass zwei Vorstände gehen sollen.

Als Konsequenz aus der Datenaffäre bei der Deutschen Bahn sollen die beiden Vorstandsmitglieder Otto Wiesheu und Norbert Bensel das Unternehmen verlassen. Das verlautete am Mittwoch aus Bahnkreisen. Der neue Vorstandschef Rüdiger Grube plane zudem, die innere Revision, die Konzernsicherheit sowie die Compliance- Abteilung in einem neuen Vorstandsressort zu bündeln.

Der Bahn-Aufsichtsrat will sich am Mittwochvormittag mit dem Abschlussbericht der Sonderermittler in der vom stern und stern.de aufgedeckten Affäre befassen. Am Nachmittag will Grube die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informieren. Der Bahnchef hatte angekündigt, die Datenaffäre bis zum 1. Juni vollständig aufzuklären und nötigenfalls auch weitere personelle Konsequenzen zu ziehen.

Als Nachfolger für Wiesheu favorisiert die SPD nach stern.de-Informationen ihren Parlamentarischen Staatssekretär im Verkehrsministerium, Achim Grossmann. Über die Neubesetzung der vakanten Vorstandsposten wird Bahnkreisen zufolge möglicherweise erst am 25. Mai in einer weiteren Sitzung des Aufsichtsrates entschieden. Wie es hieß, werden auch der Leiter der Konzernrevision, Josef Bähr, Sicherheitschef Jens Puls und der Antikorruptionsbeauftragte Wolfgang Schaupensteiner von ihren Aufgaben entbunden.

In der Affäre geht es um umstrittene Massenüberprüfungen der Daten von bis zu 170.000 Bahn-Mitarbeitern und das Ausspähen von E-Mails. Nach immer neuen Vorwürfen wegen der Aktionen im Namen der Korruptionsbekämpfung hatte der langjährige Bahnchef Hartmut Mehdorn Ende März seinen Rücktritt erklärt. Der Aufsichtsrat hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sowie die Ex-Bundesminister Gerhart Baum und Herta Däubler-Gmelin mit Untersuchungen beauftragt.

ben/DPA / DPA