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Drohender Staatsbankrott: Warum die Griechen wieder Hilfe brauchen

Trotz milliardenschwerer Rettungspakete und radikalem Spardiktat stehen die Griechen erneut vor dem Staatsbankrott. Wie konnte das passieren?

Von Friederike Ott

Erst vergangenes Jahr wurde ein milliardenschweres Rettungspaket für Griechenland geschnürt. Dennoch steht das Land erneut vor der Pleite. Die Lage in dem hochverschuldeten Land scheint sich nicht verbessert zu haben, die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordhoch. Hunderttausende demonstrieren gegen die drastischen Sparauflagen der Regierung.

Waren die Hilfen umsonst? Warum brauchen die Griechen schon wieder Hilfe? Soll das Land wieder zur alten Währung Drachme zurückkehren? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum sind die Griechen schon wieder in Not?

Obwohl Griechenland im vergangenen Jahr ein Rettungspaket in Höhe von 110 Milliarden Euro bekommen hat und so zunächst vor der Pleite bewahrt wurde, steckt das Land tiefer in der Krise als zuvor. Dabei haben die Griechen einen straffen Sparkurs verfolgt, den ihnen die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) als Bedingung für die Milliardenhilfe auferlegt haben. Zwar sind die Griechen weit davon entfernt, die Schuldengrenze der EU von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einzuhalten. Immerhin haben sie aber das Haushaltsdefizit von 15,4 auf 10,5 Prozent gedrückt. Doch das massive Sparen hat Folgen: Die Löhne sind gesunken, deshalb nimmt der Staat weniger Steuern ein. Die Menschen konsumieren weniger, das bremst die Wirtschaft, die im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent geschrumpft ist. Experten gehen davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um drei Prozent einbrechen wird. Zudem erreichte die Arbeitslosigkeit mit 15,1 Prozent eine Rekordmarke. "Das Sparen zieht die Wirtschaft noch tiefer in den Strudel", sagt Kai Carstensen, Konjunkturexperte beim Münchner ifo Institut für Wirtschaftsforschung. Wie dramatisch die Lage ist, zeigen auch die Reaktionen der Ratingagenturen, die die Kreditwürdigkeit des Landes herabstufen. Erst kürzlich hat Standard & Poors's die Bonität um zwei Stufen von "BB-" auf "B" gesenkt. Dadurch wird es für Griechenland teurer, sich Kapital am Anleihenmarkt zu besorgen. Ferdinand Fichtner, Konjunkturexperte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), ist der Meinung, dass der Finanzbedarf Griechenlands von Anfang an unterschätzt wurde. "Es gibt Hinweise darauf, dass die Sanierungsmaßnahmen nicht so laufen, wie geplant", sagt er. "Das Defizit war 2010 mit 10,5 Prozent deutlich höher als angekündigt."

Wird es neue Finanzhilfen geben?

Dass ein neues Hilfspaket geschnürt wird, gilt als sehr wahrscheinlich. EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) würden das bisherige Rettungspaket – also Bürgschaften und zinsgünstige Darlehen - drastisch aufstocken, um die Märkte zu beruhigen und Griechenland mehr Luft zur Stabilisierung zu geben. Medienberichten zufolge soll das neue Paket einen Umfang von bis zu 60 Milliarden Euro haben. Im Gegenzug muss das hochverschuldete Land noch härtere Auflagen als bisher erfüllen, wie griechische Medien und das "Handelsblatt" übereinstimmend berichten. EU-Währungskommissar Olli Rehn bestätigte am Dienstag erstmals offiziell, dass Entscheidungen dazu vorbereitet werden, nannte aber keine Zahlen. Das Problem bei den staatlichen Rettungspaketen: Sollte Griechenland die Kredite und Bürgschaften nicht zurückzahlen können, steht der Staat und damit der Steuerzahler gerade. Schon jetzt ist nach Schätzung von Experten die Hälfte griechischer Staatsanleihen im Besitz öffentlicher Institutionen, Tendenz steigend. Vertreter von EU, Europäischer Zentralbank und IWF überprüfen derzeit in Athen, ob Griechenland Fortschritte bei der Umsetzung des Reformprogramms gemacht hat. Die Fachleute entscheiden darüber, ob dem Land die nächste Tranche der Hilfe ausgezahlt werden kann. Wegen der Schuldenkrise kamen am Mittwoch auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Berlin zusammen.

Was ist eine "weiche Umschuldung" und wäre sie eine Option?

Bei einer weichen Umschuldung würden private Investoren an den Kosten der Rettung beteiligt, zum Beispiel indem die Zinsen gesenkt und die Laufzeiten von griechischen Staatsanleihen und Hilfskrediten verlängert werden. Der Gläubiger - also der, der Griechenland in Form von Staatsanleihen einen Kredit gewährt und dafür Zinsen kassiert - bekommt am Ende weniger Geld. Es sind auch noch andere, komplexe Transaktionen – zum Beispiel der Umtausch von Staatsanleihen in sicherere Papiere, aber mit einem Abschlag - denkbar, die eine "offizielle" Umschuldung umschiffen würden. Die Idee dahinter: Für die privaten Gläubiger des Landes, darunter Banken im In- und Ausland, wäre diese Lösung am ehesten verkraftbar. Ifo-Experte Kai Carstensen warnt jedoch davor, dass Investoren anfangen würden, den Abschlag zu verhandeln, weil die Lösung freiwillig ist, so dass der Schuldenabbau zu gering ausfallen würde. "Das Problem ist, dass es kein geregeltes System gibt, das zum Beispiel einen zwangsweisen Abschlag vorsieht bevor staatliche Hilfen fließen." Auch DIW-Experte Ferdinand Fichtner glaubt nicht an diese Art der Umschuldung: "Die Gläubiger werden sich darauf nicht einlassen und verhindern, dass die Kosten für sie zu hoch werden."

Was ist eine "harte Umschuldung"?

Kurzfristig wäre eine harte Umschuldung kaum wahrscheinlich, doch viele Ökonomen halten dies auf mittlere Sicht immer noch für unvermeidbar. "Griechenland wird an einem deutlichen Schuldenschnitt nicht vorbeikommen", sagt DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner. "Es wird nicht funktionieren, dass Griechenland gleichzeitig spart und solide wächst." Bei einem Schuldenschnitt würden immerhin die privaten Gläubiger an den Kosten beteiligt. Bei Rettungspaketen hingegen haftet am Ende der Steuerzahler, wenn Griechenland das Geld nicht zurückzahlen kann. Die Gläubiger Griechenlands müssten bei einer harten Umschuldung im Rahmen eines Schuldenabkommens auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten - im Fachjargon "Haircut" (Haarschnitt) genannt - und die Verluste in ihre Bücher nehmen. Das Land wäre einen Teil seiner Schulden dauerhaft los. Experten schätzen, dass ein Schuldenerlass von zehn oder 20 Prozent nicht reichen würde, um Griechenland vor dem Bankrott zu bewahren. Ratingagenturen gehen davon aus, dass 50 Prozent notwendig sind. Allein deutsche Banken müssten dann etwa 25 Milliarden Euro abschreiben. Nicht alle Institute würden das verkraften. Besonders Banken, die ohnehin schon vom Staat gestützt werden, sind offenbar Besitzer von griechischen Staatsanleihen, wie etwa die Hypo Real Estate oder die klammen Landesbanken. Einige müssten wohl vom Steuerzahler gestützt werden. Kritiker befürchten, dass es Ansteckungseffekte in anderen hochverschuldeten Ländern wie Portugal oder Irland geben könnte.

Was wird eine Rettung kosten?

Nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts wird die Rettung Griechenlands inklusive aller Rettungsschirme und Kredite mehr als 1500 Milliarden Euro kosten. Davon würden 391 Milliarden Euro Deutschland treffen. Das Institut der deutschen Wirtschaft schätzt hingegen die Kosten "nur" auf 250 Milliarden Euro. Davon müssten die Deutschen 65 Milliarden Euro tragen. Eine Umschuldung wäre etwas günstiger: Sie könnte die Deutschen etwa 40 Milliarden Euro kosten. Viele Ökonomen halten diese Lösung deshalb für das kleinere Übel. Klar ist jedoch: So oder so wird die Rettung teuer.

Wäre es sinnvoll, Griechenland aus der Eurozone auszuschließen?

Die Griechen haben mit einer negativen Leistungsbilanz zu kämpfen. Das bedeutet, dass sie mehr importieren als exportieren. Normalerweise würden das Land dem entgegenwirken, indem sie die eigene Währung abwerten. Dann würden ihre Produkte für Ausländer billiger, sie würden wieder mehr exportieren. Gleichzeitig würden sie weniger importieren, weil die Produkte aus dem Ausland für sie teurer geworden wären. Allerdings können die Griechen ihre Währung nicht abwerten, weil sie Teil der europäischen Währungsunion sind. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie ihre Produkte billiger verkaufen, was zu Lohnsenkungen führt. Würde Griechenland jedoch die alte Währung wieder einführen, würde sie von Beginn an unter Abwertungsdruck stehen. Die Bürger würden zu ihren Banken laufen, um ihre Euro abzuziehen, bevor sie in Drachmen umgetauscht werden und so an Wert verlieren. Die Banken würden kollabieren, viele Institute wären schlagartig pleite. Sie müssten mit neuen Milliarden gerettet werden. Die Last durch die Staatsschulden würde sich vervielfachen, weil sie in Euro und nicht in Drachmen zurückgezahlt werden müssten. Experten befürchten, dass bürgerkriegsartige Zustände auf Griechenlands Straßen herrschen könnten. Eine solche Lösung ist deshalb praktisch ausgeschlossen.

Was würde passieren, wenn man den Griechen nicht hilft?

Der Staat würde pleite gehen – mit dramatischen Konsequenzen. Griechische Staatsanleihen wären nichts mehr wert. Banken müssten sie abschreiben. Je nachdem wie viele dieser Staatsanleihen eine Bank hat, könnte sie in Schwierigkeiten geraten und müsste staatlich gestützt werden. Zudem würden Kreditausfallversicherungen in Bedrängnis kommen, weil plötzlich eine große Menge an Anleihen nichts mehr wert wäre. Auf dem Anleihenmarkt würde Panik ausbrechen, auch irische und portugiesische Anleihen würden an Wert verlieren. "Wir wissen nicht, wohin eine solche ungeregelte Insolvenz führen würde", sagt Kai Carstensen vom Ifo-Institut. "Deshalb ist das nur die letzte Option."

mit Material von DPA
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.