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Finanzkrise: Dax profitiert von asiatischen Vorgaben

Der Dax hat von den positiven Vorgaben der asiatischen Börsen profitiert und sich über der Marke von 5000 Punkten festgesetzt. Auch die Wall Street zeigte einen positiven Trend. Das milliardenschwere chinesische Konjunkturpaket hatte zuvor für Aufwind an den Aktienmärkten gesorgt.

Angetrieben von Kursgewinnen an den Börsen in Übersee haben die deutschen Aktienindizes erneut kräftige Kursgewinne verbucht. Zeitweise ging es für den deutschen Leitindex Dax um 3,81 Prozent auf 5127 Punkte nach oben, bis zum Abend pendelte er sich bei 5025 Punkten ein. Der MDax mittelgroßer Werte legte um 1,70 Prozent auf 5.735,56 Zähler zu. Dem TecDax verhalfen kräftig steigende Aktien aus dem Bereich alternativer Energien zu einem Aufschlag 1,21 Prozent auf 538,64 Punkte. "Das Umfeld hat sich deutlich aufgehellt", sagte Postbank-Händler Thomas Stengl. Auch in New York ging es im Morgenhandel aufwärts, der Dow Jones Index gewann 1,58 Prozent auf 9.085 Zähler.

An der deutschen Börse waren Papiere der Deutschen Post besonders gefragt. Mit einem Aufschlag von 6,89 Prozent war die Aktie der Tagessieger. Zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, sein Expressgeschäft in den USA einzustellen und rund 15.000 Stellen zu streichen. Die Aktien von ThyssenKrupp setzten sich mit einem Plus von 13,74 Prozent an die Dax-Spitze.

Am Morgen hatten die asiatischen Börsen mit einem kleinen Kursfeuerwerk auf ein milliardenschweres Hilfspaket der chinesischen Regierung reagiert. Der Nikkei-Index in Tokio ging 5,8 Prozent höher bei 9.081 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 4,3 Prozent auf 916 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Shanghai, Südkorea und Singapur verzeichneten teilweise deutliche Gewinne. Dagegen tendierte die Börse in Taiwan leicht im Minus.

Marktteilnehmern zufolge sorgte das milliardenschwere chinesische Paket für Vertrauen bei den Anlegern. Der Markt fokussiere sich auf die wirtschaftlichen Anreize aus aller Welt, sagte Shane Oliver, Chef-Investmentstratege bei AMP Capital Investors in Sydney.

Die chinesische Regierung hatte am Sonntag ein riesiges Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft angekündigt. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua von Montag hat die Maßnahme eine Größenordnung von 570 Milliarden US-Dollar (rund 442 Milliarden Euro). Mit dem Paket soll die Binnenkonjunktur gestärkt werden, um zurückgehende Exporte auszugleichen.

Mit den Mitteln sollen in den kommenden zwei Jahren Programme in zehn Hauptbereichen finanziert werden. Darunter sind der Wohnungsbau für untere Einkommensschichten, die Infrastruktur im ländlichen Raum, Projekte der Wasser- und Elektrizitätswirtschaft, das Transportwesen, der Umweltschutz und technische Innovationen. Laut Xinhua will China die Bedingungen für die Kreditvergabe lockern. Auch seien Steuererleichterungen geplant.

In Tokio nahmen Exportwerte aber auch wegen des schwächeren Yen Fahrt auf. Die Papiere des Elektronikkonzerns Panasonic gewannen 3,2 Prozent, Honda legten 4,7 Prozent zu. Die Titel des Maschinenbauers Hitachi Construction Machinery verteuerten sich gar um 19 Prozent. Im Sog dieser Titel legten letztlich auch die Aktie des weltgrößten Autobauers Toyota mit 0,3 Prozent leicht zu. Nach der Gewinnwarnung in der vergangenen Woche hatten sie im Handelsverlauf noch schwächer tendiert.

Der Dollar verteuerte sich zur japanischen Währung auf 99,14 Yen. Der Euro legte ebenfalls zu. Händler führten den Anstieg unter anderem auf das chinesische Konjunkturpaket und die gestiegene Risikobereitschaft asiatischer Händler zurück. Der Euro kostete 1,2854 Dollar.

Reuters/DPA / DPA / Reuters