Flugverkehr Auch im Himmel droht ein Streik


Erst streiken die Lokführer und nun auch die Piloten. Die Mitarbeiter von LTU und der DBA haben für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt, 14 Maschinen starteten zu spät. Und eine Urabstimmung der Piloten hat entschieden, dass das nur der Anfang war.

Die Piloten der Fluggesellschaft LTU haben nach Angaben der Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) bei einer Urabstimmung mit großer Mehrheit für einen Streik gestimmt. 96 Prozent der abgegebenen Stimmen hätten sich dafür ausgesprochen, 91 Prozent der Piloten an der Abstimmung beteiligt, teilte die Gewerkschaft mit. Ob und wann es zu einem Arbeitskampf komme, sei aber noch offen. Dies hänge von den Gesprächen mit der LTU-Führung über einen neuen Tarifvertrag ab.

Mehr Gehalt und längere Ruhezeiten

Die Tarifverhandlungen sind bislang an unterschiedlichen Vorstellungen über Vergütungen und Arbeitszeitregelungen gescheitert. Die LTU-Crews fordern unter anderem mehr Gehalt und längere Ruhezeiten. Die LTU-Führung hatte zu Beginn der Urabstimmung im Juli vor Streiks gewarnt. Diese würde die Ferienfluggesellschaft wirtschaftlich gefährden.

Vor Bekanntgabe des Urabstimmungsergebnis, hatten die Piloten von LTU und von der in Air Berlin aufgegangenen DBA einen zweistündigen Warnstreik ausgerufen und damit den Flugverkehr lahm gelegt. Die Arbeitskampfmaßnahmen, zu denen die VC ihre "Mitglieder bei den Fluggesellschaften LTU und DBA" in der Zeit von 5 bis 7 Uhr in München und Düsseldorf aufgerufen hatte, "kann als voller Erfolg gewertet werden", erklärte Cockpit.

14 Flieger zwei Stunden später gestartet

Von drei Flügen der unter dem Logo Air Berlin firmierenden DBA und 12 der LTU von München und Düsseldorf seien 14 wegen des Warnstreiks zwei Stunden später gestartet. Die Besatzung der drei Flüge aus München, die unter dem Logo Air Berlin abgewickelt werden, hätten noch Tarifverträge mit der DBA, erläuterte Cockpit. Air Berlin hat die DBA und die LTU übernommen. Die Transaktion wird derzeit aber noch vom Bundeskartellamt intensiv geprüft.

Die Pilotenvertreter bedauerten, auf diesem Weg auch Passagiere zu treffen und hätten sich daher dazu entschlossen, die Streikmaßnahmen in die frühen Morgenstunden zu legen, um eine anschließende Beförderung aller Fluggäste sicherzustellen. "Alle Fluggäste werden ans Ziel kommen, wenngleich mit Verspätung", sagte Cockpit-Sprecher Markus Kirschnek. LTU-Sprecher Marco Dadomo konnte noch keine genauen Angaben zu den Folgen machen.

Bei der DBA hatten bereits im März 98 Prozent des Personals in einer Urabstimmung für einen Streik gestimmt. Mit dem Arbeitskampf sei bisher aber gewartet worden, weil das Management ausgetauscht worden war und man auf ein neues Angebot warten wollte, teilte Cockpit weiter mit. Wann die Tarifkommission über einen Arbeitskampf entscheidet, teilte Cockpit nicht mit.

Am Freitag war nach mehrwöchiger Funkstille wieder Bewegung in den Tarifkonflikt bei LTU gekommen. Bei einer neuen Verhandlungsrunde habe die Geschäftsführung für die rund 400 Piloten ein verbessertes Angebot vorgelegt. Zu den Details machten beide Seiten keine Angaben.

DPA/AP AP DPA

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