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Hacker-Großangriff: Cyberattacke auf IWF

Nicht nur Ex-Chef Strauss-Kahn macht Probleme: Der Internationale Währungsfonds ist Opfer eines virtuellen Anschlags geworden. Hintergrund der Cyberattacke könnte Spionage sein.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist nach Medienberichten Opfer einer "ausgeklügelten" Cyberattacke geworden. Demnach erfolgte der Angriff auf das Computersystem, in dem hochvertrauliche Daten über die Finanzsituation verschiedener Länder gespeichert sind, in den vergangenen Monaten. Die Mitarbeiter und der Verwaltungsrat der Einrichtung seien aber erst am vergangenen Mittwoch darüber informiert worden.

Das Ausmaß stand zunächst noch nicht fest, der IWF selbst leitete Untersuchungen ein. Ein Sprecher bestätigte der "Washington Post", dass es einen Hackerangriff gegeben habe, nannte aber keine Einzelheiten. "Der Fonds ist voll funktionsfähig", versicherte Hawley weiter.

Die "New York Times" zitierte Insider: "Es war ein sehr bedeutender Eingriff", sagte ein Beamter. Wie es weiter hieß, waren die Besorgnisse so groß, dass vorsichtshalber eine Computerverbindung zum Informationsaustausch zwischen der Weltbank und dem IWF vorübergehend gekappt wurde. Die Hauptquartiere beider Institutionen liegen sich an einer Straße in Washington gegenüber.

Der IWF ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der Währungsfonds eine wichtige Rolle.

Nachfolger von Strauss-Kahn gesucht

Er befindet sich seit mehreren Wochen in den Schlagzeilen, weil er einen neuen Chef benötigt. Der bisherige Geschäftsführende Direktor Dominique Strauss-Kahn war nach Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung eines Hotel-Zimmermädchens zurückgetreten. Auf ihn kommt nun ein Prozess zu. Bis zum 30. Juni soll über #link;http://www.stern.de/wirtschaft/geld/iwf-bewerbungsfrist-vorbei-lagarde-favoritin-1694752.html;die Nachfolge entschieden#sein. Drei Kandidaten stehen dafür bereit, die größten Chancen werden Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde ausgerechnet.

Beim Währungsfonds geht man nicht davon aus, dass der Eingriff mit dem spektakulären Hackerangriff auf das Unternehmen RSA Security vom März zusammenhängt. Die Firma liefert Sicherheitsschlüssel zum Schutz vor unbefugten Zugriffen auf Computersysteme und hat weltweit Tausende von Unternehmen als Kunden. Erst im vergangenen Monat hatten Hacker offenbar mit Hilfe der bei RSA Security gestohlenen Informationen versucht, in das Computersystem des US-Rüstungsriesen Lockheed Martin einzudringen.

Auch andere Konzern waren Ziele von Hacker-Angriffe geworden. So hatten Mitte April Unbekannte die Sony-Netzwerke für Konsolen- und Computerspiele sowie den Film- und Musikdienst Qriocity geknackt. Dadurch bekamen sie Zugang zu mehr als 100 Millionen Kundendatensätzen.

kmi/DPA / DPA