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Handelskrieg: Unfairer Handel? Der 1,4-Billionen-Überschuss, über den Donald Trump nicht spricht

Die negative Handelsbilanz der USA dient Donald Trump als Hauptargument für seinen Handelskrieg. Ein Ökonom der Deutschen Bank hat nun eine ganz andere Zahl errechnet, die so gar nicht in Trumps Logik passt.

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump fühlt sich von den Handelspartnern unfair behandelt

AFP

Es vergeht kaum eine Woche, in der sich Donald Trump nicht darüber beschwert, dass die USA von ihren Handelspartnern über den Tisch gezogen würden. Der US-Präsident ist so besessen von dem Thema, dass sogar viele ökonomische Laien mittlerweile erklären können, was ein Handelsbilanzdefizit ist. Für alle, die nicht im Thema sind: Dabei handelt es sich um den Fakt, dass ein Land mehr Waren und Dienstleistungen importiert als exportiert, was als Zeichen wirtschaftlicher Schwäche gilt.

Die USA weisen für 2017 ein offizielles Handelsbilanzdefizit von 566 Milliarden Dollar aus. (Unter Vorgänger Barack Obama waren es im Übrigen nur 481 Milliarden Dollar.) Um dieses Minus abzubauen, kündigt Trump Handelsabkommen auf und verhängt Strafzölle. Im Prinzip fußt seine komplette "America First"-Außenhandelspolitik auf diesem als unfair empfundenen Umstand. 

Obwohl die meisten Ökonomen Trumps Handelskrieg als wenig hilfreich erachten (eine Analyse dazu lesen Sie hier), so stimmen sie doch damit überein, dass das Defizit der USA zu hoch ist. Ein hochrangiger Ökonom der Deutschen Bank dagegen erklärt nun die Trump'sche Fokussierung auf die klassische Handelsbilanz für komplett irreführend. Zhang Zhiwei, der für China zuständige Chef-Ökonom des Instituts, hat errechnet, dass die USA statt eines weltweiten Defizits von mehr als 500 Milliarden einen Überschuss von 1,4 Billionen Dollar erzielen.

Alternative Rechnung bringt USA vor China

Auf diese enorme Differenz kommt Zhang, weil er nicht nur Im- und Exporte betrachtet, sondern auch die Umsätze, die US-Unternehmen mit ihren Tochterfirmen direkt im Ausland erzielen und umgekehrt. "US-Firmen haben in den letzten zehn Jahren mehr an den Rest der Welt verkauft als andere Länder an die USA", schreibt Zhang in seiner Studie, über die zuerst Bloomberg berichtete.

Zhang argumentiert, es sei irreführend von einem massiven US-Defizit gegenüber China zu sprechen, obwohl "chinesische Verbraucher mehr iPhones besitzen und mehr General-Motors-Autos kaufen als US-Verbraucher". Denn auch wenn die Verkäufe chinesischen Tochterunternehmen der US-Firmen zugerechnet werden - und damit keine Exporte darstellen -, so profitiere doch auch die US-Wirtschaft davon. Nach Zhangs Berechnung kommen die USA so gegenüber China statt auf ein Defizit von 330 Milliarden auf ein Plus von 20 Milliarden Dollar.

Auch gegenüber den von Trump geschmähten Nachbarn Mexiko und Kanada kommen die USA nach dieser Berechnungsmethode auf einen Überschuss. Deutschland dagegen, ein weiterer Lieblingsfeind Trumps in der Handelspolitik, weist auch in Zhangs Studie ein Plus gegenüber den USA auf.

Nicht alle Ökonomen betrachten Zhangs Berechnungen als hilfreich. So kritisiert etwa der Washingtoner Ökonom Brad Setser gegenüber Bloomberg, Zhang vergleiche Äpfel und Birnen. Er hält die Vermischung der beiden Zahlen - Exporte und Inlandsverkäufe - für nicht zielführend. 

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.