Hochtief-Tochter Concessions Börsengang platzt in letzter Minute


Es wäre der größte Börsengang in Deutschland seit zwei Jahren gewesen: Der Baukonzern Hochtief wollte seine Tochter Concessions an die Aktienmärkte bringen. Nun hat Hochtief das Vorhaben kurzfristig abgesagt.

Der größte Börsengang in Deutschland seit zwei Jahren ist gescheitert. Der Baukonzern Hochtief sagte am Donnerstagabend den Börsengang seiner Infrastrukturtochter Concessions in letzter Minute ab. Die Pläne sollten zunächst auch nicht weiter verfolgt werden, teilte die MDax-Gesellschaft mit.

Das Unternehmen begründete seinen Schritt mit den "jüngsten Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten" infolge der Dubai-Krise. Dadurch habe sich das Umfeld entscheidend verschlechtert. Hochtief Concessions entwickelt Flughäfen, Straßen und öffentliche Einrichtungen wie Rathäuser und Schulen. Ursprünglich sollte Concessions am Freitag erstmals an der Börse gehandelt werden.

Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter betonte, dass eine Veräußerung unter Wert für das Management nie in Frage gekommen sei: "Unser Anspruch war stets, in keinem Fall unter unseren Wertvorstellungen zu verkaufen. Das haben wir immer gesagt, und wir stehen weiterhin unter keinerlei Druck." Er betonte, dass der Wert des Beteiligungsportfolios der Tochter trotz der Absage bestätigt worden sei.

"Finanzierungslinien stehen auch ohne Börsengang"

Für das weitere Wachstum habe die Absage keine "wesentlichen" Auswirkungen. Die Finanzierung von Hochtief und der Sparte Concessions sei auch ohne den Börsengang gesichert, erklärte Concessions-Chef Peter Noé. Die ausstehenden Verpflichtungen sowie die geplanten Investitionen in Neuprojekte seien durch den finanziellen Spielraum der Mutter Hochtief gedeckt.

Ursprünglich sollte bei dem Börsengang bis zu eine Milliarde Euro erlöst werden. Rund 600 Millionen Euro sollten aus einer Kapitalerhöhung stammen und für die weitere Finanzierung von Concessions dienen. Die restlichen Aktien wollte Hochtief aus seinem eigenen Portfolio platzieren, aber auch danach weiter 51 Prozent an der Infrastrukturtochter halten.

DPA/AFP/AP AP DPA

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