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Hunderte Arbeiter illegal beschäftigt: Fahnder heben Schwarzarbeiter-Ring aus

Fahnder haben eine mutmaßliche kriminelle Bande im Baugewerbe ausgehoben. Sie soll bei Rohbauarbeiten Hunderte illegaler Arbeiter aus dem Ausland eingesetzt haben. Drei mutmaßliche Drahtzieher wurden festgenommen.

Eine Razzia gegen Schwarzarbeit in mehreren Bundesländern hat am Donnerstag zu drei Verhaftungen geführt. Die jeweils 40 Jahre alten Männer sollen ein Netzwerk mit Hunderten illegal Beschäftigten aus Süd- und Osteuropa betrieben haben, teilten das Hauptzollamt Gießen und die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit. Zahlreiche Arbeiter sollen keine Arbeitserlaubnis gehabt haben, einige nicht einmal eine Aufenthaltserlaubnis.

Seit 2008 sollen sie auf Großbaustellen in ganz Deutschland bei Rohbauarbeiten eingesetzt gewesen sein. Der Schaden bewegt sich nach Schätzungen der Ermittler in zweistelliger Millionenhöhe. Seit 2009 ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft, nachdem der Zoll bei einer Überprüfung der Baustelle der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt erste Hinweise auf die Bande gefunden hatte.

Mit mehreren hundert Beamten durchsuchte eine Sonderkommission von Zoll und Staatsanwaltschaft am Morgen Dutzende Firmen und Wohnungen in Frankfurt, Berlin, Hamburg und Wuppertal. Die Beamten beschlagnahmten unter anderem Luxusautos und andere Wertgegenstände im Wert von rund 1,5 Millionen Euro. Sichergestellt wurden außerdem Betäubungsmittel und eine Waffe mit Munition.

Gegen die drei mutmaßlichen Drahtzieher lagen Haftbefehle vor. Die Männer wurden am Morgen von Spezialeinsatzkräften im Großraum Berlin verhaftet und nach Frankfurt geflogen. Ob sie sich zu den Vorwürfen äußern, war zunächst nicht bekannt. Das Trio soll Arbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie aus Albanien, Rumänien und Portugal beschäftigt und für sie weder Steuern noch Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt haben. Dazu wurde nach den Ermittlungen ein umfangreiches Geflecht aus Scheinfirmen aufgebaut.

fro/DPA / DPA