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Hypo Real Estate: PIIGS-Staaten stehen mit 39,6 Milliarden Euro in der Kreide

Über 100 Milliarden Euro hat den Steuerzahler die Rettung der nun verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate gekostet. Die lebt weiterhin auf dünnem Fuß: Insgesamt 39,6 Milliarden Euro stecken als Schulden in den krisengefährdeten PIIGS-Staaten Europas fest.

Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) ist weiterhin stark in den schuldengeplagten Euro-Ländern engagiert. Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien - die sogenannten PIIGS-Staaten - schuldeten dem Institut Ende Juni 2010 einen Gesamtbetrag von 39,6 Milliarden Euro, wie die HRE am Freitag in München mitteilte. Ende März waren es 39,2 Milliarden Euro gewesen. Der frühere Dax-Konzern hat zwar Rückzahlungen verbucht, Währungseffekte führten aber zu dem leichten Anstieg. Der größte Batzen entfällt auf Italien (27,4 Milliarden Euro), mit deutlichem Abstand folgt Griechenland (7,6). Kleinere Beträge betreffen Spanien (2,7) und Portugal (1,6) sowie Irland (0,3).

Hinzu kommen Risiken von insgesamt knapp 41 Milliarden Euro, die die Bank in staatlichen Instituten, Kommunen, Finanzorganisationen oder Staatsfirmen der fünf Länder stecken hat. Diese Summe hat sich seit Ende März kaum verändert. Die Hypo Real Estate, die in der Finanzkrise wegen Liquiditätsnöten mehrfach vor dem Aus stand und mit öffentlichen Hilfen von über 100 Milliarden Euro am Leben gehalten wurde, ist damit wie keine andere deutsche Bank von einer Staatspleite oder einzelnen Ausfällen in den Ländern bedroht.

Reuters / Reuters