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ICE mit Neigetechnik: Bahn lässt alle Achsen austauschen

Die Deutschen Bahn will sämtliche Achsen der ICE-T-Züge mit Neigetechnik auswechseln. Da mit der Aktion erst Ende 2011 begonnen werden kann, bleiben den genervten Bahnkunden die derzeitigen Einschränkungen im ICE-Verkehr erhalten.

Bahnkunden müssen noch deutlich mehr als zwei Jahre mit Einschränkungen im ICE-Verkehr leben. Die Achsen der 67 ICE-T-Züge mit Neigetechnik der Deutschen Bahn AG sollen ab Ende 2011 ausgetauscht werden, wie der zuständige Konzernvorstand Volker Kefer in Berlin mitteilte. Bis dahin und auch während der Austauschaktion der insgesamt 1872 Radsätze werden die kurzen Inspektionsintervalle beibehalten, die zurzeit den Einsatz der Züge begrenzen. Die Aktion dürfte gut ein Jahr dauern und kostet laut Kefer deutlich mehr als 50 Millionen Euro. Die Bahn AG habe sich mit dem Hersteller, dem französischen Konzern Alstom, auf eine Aufteilung des Aufwands geeinigt, über deren Details allerdings Stillschweigen vereinbart worden sei.

Freigabe der Neukonstruktion erst 2011

Kefers Angaben zufolge sind die ersten neuen Achsen bereits im Bau. Sie müssten aber erst ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Da sie teilweise neu konstruiert werden mussten, dauere es bis zur Freigabe wahrscheinlich bis Ende 2011. Danach sollen die Züge in den Werken München, Frankfurt und Krefeld so damit bestückt werden, dass der Fahrplan möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Kefer sagte wegen der vorerst beibehaltenen engen Prüfintervalle von 20.000 bis 30.000 Kilometer weitere Knappheit an Zügen voraus. Die Achsen, die sich als möglicherweise nicht dauerhaft fest erwiesen haben, müssen dabei auf mögliche Risse untersucht werden. Das hat mangelnde Zug-Reserven zur Folge, insbesondere im Winter, wo die schnellen Züge deutlich empfindlicher sind als in schnee- und eisfreien Jahreszeiten.

Bahn sucht verstärkt im Ausland nach Ersatz

Zusammen mit der Industrie werde versucht, die technische Verfügbarkeit aller Züge hochzutreiben. "Wir sind uns auch nicht zu fein, überall nachzufragen und gegebenenfalls zusätzliches Material aus dem Ausland zu holen, wo immer es verfügbar ist", sagte Kefer. Zurzeit fahren fast ausschließlich französische TGV-Züge auf den Strecken zwischen Frankfurt/Stuttgart und Paris, obwohl der Fahrplan eigentlich eine Bedienung je zur Hälfte mit deutschen und französischen Hochgeschwindigkeitszügen vorsieht. Die so frei gewordenen ICEs helfen derweil im inländischen Fernverkehr aus.

APN / APN