VERKEHR Mit dem ICE in die Übelkeit?


Wahrhaft Sensationelles vermeldet die Gesundheits-Zeitschrift »Apotheken Umschau«. Laut dem Blatt sollen die ICE-Züge mit Neigetechnik bei Passagieren Übelkeit auslösen können.

Wahrhaft sensationelle Ergebnisse einer französischen Studie vermeldet die Gesundheits-Zeitschrift »Apotheken Umschau«. Laut dem Blatt sind die nagelneuen ICE-Züge mit Neigetechnik nicht nur schnell, komfortabel und störungsanfällig, sie sollen bei empfindlichen Passagieren auch Übelkeit auslösen können.

Übelkeit beim Umherlaufen

Laut »Apotheker Umschau« belegt die Studie, dass anfällige Personen vor allem beim Umherlaufen im Zug zur ICE-Nebenwirkung Übelkeit neigen. Lösungen, für See- oder Bahnkranke Reisende haben die Forscher jedoch nicht. Wohl aber die Bahn, die sich nach jahrelangen Verzögerungen und technischen Problemen mit den Neigetechnik-ICEs von diesem Problem nicht aufhalten lässt.

Subjektives Empfinden

»Übelkeit ist ein ganz subjektives Empfinden, das von den Betroffenen natürlich ganz objektiv wahrgenommen wird«, zeigte sich Bahn-Sprecherin Christine Geißler-Schild am stern.de-Telefon wenig beeindruckt. Im Gegensatz zu den Forschern der »Grande Nation«, die als Rezept gegen Übelkeit empfehlen, ruhig sitzen zu bleiben, hat die Bahnsprecherin ganz pragmatische Tipps: »Eigentlich ist es wie auf dem Schiff oder im Auto. Empfindliche Menschen sollten versuchen den Platz hinter dem Zugführer mit freiem Blick auf die Strecke zu bekommen, lesen sollte tabu sein.« Da die Plätze hinter dem Zugführer natürlich begrenzt sind, ist ein rebellierender Magen aber oft auch schon dadurch zu beruhigen, dass man eine Platz in der Wagenmitte am Gang wählt. »Da liegt der Schwerpunkt des Zuges, der Neigungswinkel ist dort am geringsten«, erklärt Geißler-Schild.

Weit verbreitetes Problem

Grundsätzlich ist Übelkeit im Zug aber kein Phänomen, das erste seit dem Neige-ICE (ICE-T) auftritt. Mit der Reisekrankheit hat so gut wie jedes Verkehrsmittel zu kämpfen. Zumal sich der ICE-T nur bis zu einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern in die Kurve legt. »Für höhere Geschwindigkeiten ist die Neigetechnik gar nicht zugelassen«, so Geißler-Schild. Bei den Neige-Zügen der ersten Generation, den sogenannten »Pendolinos« sei es aber durchaus möglich gewesen, von der Übelkeit erwischt zu werden. »Vor zehn Jahren legten sich die Züge doch recht ruckartig in die Kurve. Das hätte ein Auslöser sein können, ist aber dank der heutigen Technik kein Problem mehr«, beschwichtigt Christine Geißler-Schild.

Die aus dem Flugzeug bekannten »Kotztüten« wird man also auch in Zukunft in Zügen der Deutschen Bahn vergeblich suchen.


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