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Insolvenzanträge: Auch 15 Arcandor-Töchter sind pleite

Das Handels- und Touristikunternehmen Arcandor hat für weitere 15 Tochter-Gesellschaften aus dem Bereich Handel Insolvenzanträge wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit. Betroffen seien rund 6700 Beschäftigte.

Die Insolvenz der Muttergesellschaft Arcandor hat weitere Töchter des Essener Touristik- und Handelskonzerns in den Pleite-Strudel gerissen. Die Arcandor-Gruppe habe beim Amtsgericht Essen für 15 Tochtergesellschaften Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, teilte Arcandor am Mittwoch mit. Unter anderem handelt es sich bei den Gesellschaftn um die Primondo Logistik mit 1300 Beschäftigten sowie die Quelle Communication Center in Magdeburg mit 1000 und in Berlin mit 1200 Beschäftigten. Betroffen seien insgesamt 6700 Mitarbeiter. Damit steige die Zahl der in Deutschland von Insolvenzanmeldungen betroffenen Arcandor-Mitarbeiter auf insgesamt rund 50.000 Menschen.

Arcandor hatte bereits in der vergangenen Woche Insolvenz für die Arcandor AG, die Primondo GmbH, die Quelle GmbH sowie die Karstadt Warenhaus GmbH angemeldet. Ausdrücklich nicht von der Insolvenz betroffen sei weiterhin die Reise-Tochter Thomas Cook.

Zuvor hatte die Privatbank Sal. Oppenheim ihren Anteil am insolventen Handels- und Touristikunternehmen Arcandor verkauft. Wie ein Sprecher der Bank am Mittwoch sagte, sei das von der Bank gehaltene Aktienpaket von 3,7 Prozent über den Markt veräußert worden. Die Oppenheim-Gesellschafter besitzen aber weiterhin über eine Beteiligungsgesellschaft knapp 25 Prozent an Arcandor.

Über die Zukunft dieser Anteile sei noch keine Entscheidung gefallen, betonte der Sprecher. Bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens soll die weitere Entwicklung in den kommenden drei Monaten abgewartet werden. Aus Finanzkreisen war zu erfahren, dass bei einer Fortführung von Arcandor aus der Insolvenz heraus auch ein verstärktes Engagement von Sal. Oppenheim denkbar sei.

Unklar bleibt weiterhin, ob sich die notleidenden Karstadt- Warenhäuser nach der Insolvenz der Muttergesellschaft noch in eine Warenhaus-Ehe mit Kaufhof einbringen lassen. Metro-Chef Eckhard Cordes hatte bereits vor einigen Wochen diesen Vorschlag unterbreitet und davon gesprochen, dass auf diesem Wege rund 60 von 90 Karstadt-Häuser gerettet werden könnten. Hiervon machte er inzwischen aber erste Abstriche.

DPA/Reuters / DPA / Reuters