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Karl Heinz Däke: "Pharisäer" in Erklärungsnot

Der Präsident des Steuerzahlerbundes Karl Heinz Däke ist wegen umstrittener Gehaltszahlungen in die Kritik geraten. SPD-Fraktionsvize Joachim Poß fordert jetzt seinen Rücktritt.

SPD-Fraktionsvize Joachim Poß hat den Präsidenten des Steuerzahlerbundes Karl Heinz Däke wegen umstrittener Gehaltszahlungen zum Rücktritt aufgefordert. "Der Pharisäer Däke sollte seinen Hut nehmen", sagte Poß am Montag in Berlin. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler lasse keine Gelegenheit ungenutzt, "den Parlamentariern Raffke-Mentalität vorzuwerfen und er betätigt sich seit Jahren als oberster General-Ankläger in Sachen Moral."

Der Präsident des Steuerzahlerbundes ist in die Kritik geraten, weil er von dem Verband gleich mehrere Gehälter bezieht. Insgesamt sollen sich die Zahlungen auf rund 180.000 Euro jährlich belaufen. Däke, der in seiner Funktion als Präsident des Bundes der Steuerzahler die Verschwendung öffentlicher Gelder und mangelnde Transparenz in Behörden kritisiert, wird nun der Vorwurf gemacht, verschiedene Maßstäbe anzulegen.

Däke hatte dem Kölner "Express" bestätigt, dass er als Präsident und Chef des verbandseigenen Karl-Bräuer-Instituts 11.000 Euro pro Monat verdiene. Zudem erhalte er als Vorstandsmitglied des nordrhein-westfälischen Landesverbands weitere 3900 Euro im Monat. Alle Bezüge seien von den Gremien des Verbandes ordnungsgemäß genehmigt worden, sagte der 62-Jährige dem Blatt.

Poß forderte, Däke solle sich jetzt so verhalten, wie er es von Politikern immer wieder fordere. "Alles muss auf den Tisch, damit die beitragszahlenden Mitglieder des Vereins, Bund der Steuerzahler, wissen, wofür sie ihre Beiträge zahlen." Es müsse auch deshalb alles auf den Tisch, "damit die Allgemeinheit der Steuerzahler, für die zu handeln Däke immer wieder vorgibt, die Politik dieses obskuren Vereins besser einzuschätzen weiß".

DPA / DPA