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Katastrophe im Golf von Mexiko: "Der Benzinpreis wird wegen der Ölpest spürbar steigen"

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko könnte auch die deutschen Autofahrer treffen. Es sei damit zu rechnen, dass Öl- und Benzinpreise spürbar steigen werden, warnt, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. US-Präsident Obama gab sich derweil vor Ort betont optimistisch.

Nach der schon fast zwei Monate andauernden Ölpest im Golf von Mexiko könnte der Benzinpreis in Deutschland dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge deutlich anziehen. "Es ist damit zu rechnen, dass der Ölpreis und auch die Benzinpreise aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko spürbar steigen werden", sagte DIW-Expertin Claudia Kemfert der "Bild"-Zeitung. "Insbesondere deshalb, da die Ölförderung in der Tiefsee in Amerika ausgesetzt werden soll." Kemfert warnte demnach vor einer weltweiten Energiekrise: "Ohne Tiefseebohrungen wird in den kommenden Jahren die steigende Ölnachfrage nicht zu decken sein. Uns droht somit eine Energiekrise."

US-Präsident Barack Obama zeigte sich unterdessen optimistisch im Kampf gegen die Ölkatastrophe. Die Region werde am Ende besser dastehen als zuvor, sagte er am Montag (Ortszeit) bei einem Besuch in Alabama: "Ich bin zuversichtlich, dass wir die Golfküste in einem besseren Zustand hinterlassen werden, als sie es vorher war." Im Laufe des Tages will sich Obama im Weißen Haus in einer Fernsehansprache zu den Bemühungen um eine Eindämmung der verheerenden Ölpest äußern. Am Mittwoch trifft er erstmals zu persönlichen Gesprächen mit Vertretern des Ölkonzerns BP zusammen.

"Es wird für viele Menschen schmerzhaft werden"

Den Bewohnern der Katastrophenregion sicherte der Präsident Hilfe zu. Seine Regierung werde alles tun, um die Wirtschaft in den von der Ölpest betroffenen Küstenstaaten zu unterstützen. Bis Erfolge zu verzeichnen seien, werde aber noch viel Zeit vergehen, räumte Obama ein. "Ich kann den Menschen an der Golfküste nicht versprechen, dass das Öl über Nacht entfernt sein wird. Das wird es nicht sein. Es wird für viele Menschen schmerzhaft werden."

Fisch und Meeresfrüchte aus dem Golf von Mexiko seien trotz der Ölpest weiter für den Verzehr geeignet, erklärte Obama weiter. Die Behörden würden die Kontrollen verschärfen und die Sicherheit der Produkte zertifizieren, damit die Fischer in der Region ihre Ware problemlos absetzen könnten. "Wir wollen keine weiteren Tragödien im Gefolge der Tragödie, die wir bereits vor uns sehen", sagte der Präsident.

Auch Obamas Vorgänger George W. Bush hatte den Bewohnern der US-Südküste nach dem Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005 versprochen, die Region werde nach dem Wiederaufbau "noch besser und stärker" dastehen als vor der Katastrophe.

Acht Millionen Liter täglich strömen ins Meer

Seit der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April sind aus der beschädigten Bohrleitung bis zu 380 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen. Nach jüngsten Erkenntnissen treten bis zu acht Millionen Liter täglich aus, doppelt so viel wie zunächst angenommen. BP hatte zuletzt über einen Absaugtrichter 2,3 Millionen Liter pro Tag abgefangen. Langfristig soll der Ölstrom durch zwei Ersatzbohrungen gestoppt werden, die voraussichtlich aber erst im August abgeschlossen sein werden.

APN/APN

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