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Traditionsunternehmen: Schwere Zeiten für Kaufhof: Schlittert die Kaufhaus-Kette in die Krise?

Der Kölner Warenhauskette gelang es über Jahrzehnte besser als der Konkurrenz, mit Turbulenzen im Handel zurechtzukommen. Doch unter dem neuen Eigentümer sieht sich der Konzern plötzlich mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert.

Kaufhof-Filiale

Die Zeiten sind für Kaufhof schwierig geworden

Lange Zeit war Karstadt das Sorgenkind unter den deutschen Warenhauskonzernen. Doch plötzlich richten sich alle Augen auf den Konkurrenten Kaufhof. Denn über dem Traditionsunternehmen aus Köln scheinen sich dunkle Wolken zusammenzuballen. Dabei hatte der neue Eigentümer, der kanadische Handelsriese Hudson's Bay Company (HBC), bei der Übernahme von Kaufhof vor zwei Jahren eigentlich große Pläne mit dem Warenhaus.

Ausgelöst wurden die jüngsten Turbulenzen durch den Kreditversicherer Euler Hermes. Er scheint erhebliche Zweifel an der finanziellen Solidität des Traditionsunternehmens zu haben. Denn er strich die Kreditgarantien, mit denen er Kaufhof-Lieferanten die Bezahlung ihrer Rechnungen garantiert, deutlich zusammen. Ein Schritt, den sich das Unternehmen für den Fall vorbehält, dass die Bonitätsprüfung "drohende Zahlungsprobleme" anzeigt. Euler Hermes hatte bereits im vergangenen September in einer Studie vor den Risiken im Textilhandel gewarnt. "Einige textile Einzelhändler hängen am seidenen Faden", warnte der Deutschland-Chef Ron van het Hof damals.

Schwere Zeiten für den Modehandel

Tatsächlich sind die Zeiten für den klassischen Modehandel in Deutschland schwierig. Denn obwohl das Geld bei den Verbrauchern locker sitzt, geben sie es offenbar lieber für etwas anderes aus, als für Bekleidung. Der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge lagen die Umsätze im stationären Modehandel in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 2,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.


Verantwortlich dafür ist nach Einschätzung von Experten nicht nur der Boom des Online-Handels. Bemerkbar machen sich auch die generell rückläufigen Besucherzahlen in den Innenstädten und die Erfolge von preisaggressiven, internationalen Ketten wie Primark, H&M oder Zara.

Kaufhof sollte fit für die Zukunft werden

Der Kaufhof hatte sich eigentlich von dem Abwärtstrend im Textilhandel abkoppeln wollen. Als HBC Kaufhof im Herbst 2015 übernahm, hatten die Kanadier große Pläne mit ihrer 2,8 Milliarden Euro teueren Neuerwerbung. Rund eine Milliarde Euro wollten sie in die Hand nehmen, um die Läden aufzuwerten und das Online-Geschäft auszubauen. "Warenhaus-Unternehmen in aller Welt haben zu lange zu wenig investiert", sagte HBC-Chef Jerry Storch.

Doch bislang ging die Rechnung nicht auf. Das vergangene Weihnachtsgeschäft etwa brachte nicht den erhofften Höhenflug, sondern blieb mit einem Umsatzminus von zwei Prozent deutlich unter den Erwartungen. Auch sonst mehrten sich die Krisenzeichen. Schon im März kündigte der damalige Konzernchef Olivier van den Bossche an, die geplanten Investitionen in die Verschönerung der Geschäfte nun doch über etwas mehr Zeit strecken zu wollen. Kurz darauf verließ er überraschend den Konzern.


Auch beim Mutterkonzern HBC laufen die Geschäfte derzeit alles andere als rund. HBC rutschte im Geschäftsjahr 2016/17 tief in die roten Zahlen. Für die zwölf Monate bis Ende Januar wies der kanadische Warenhauskonzern einen Nettoverlust von 516 Millionen kanadischen Dollar (etwa 360 Millionen Euro) aus. Im ersten Quartal 2017 fiel unter dem Strich ein Verlust von 221 Millionen Dollar an.

Der Schritt von Euler Hermes kam dennoch für viele in der Branche überraschend. Doch ist der Kreditversicherer ein gebranntes Kind. Bei der Pleite des früheren Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor im Jahr 2009 hatte das Unternehmen für offene Forderungen von zahlreichen Zulieferern geradestehen müssen. Der Schaden wurde damals auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

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Keine leeren Kaufhof-Regale

HBC bemühte sich angesichts der unerwarteten Entwicklung um Schadensbegrenzung: "Unsere Lieferanten können beruhigt sein", betonte das Unternehmen. Schließlich stehe dem kanadischen Konzern ergänzend zu den Zusagen der Kreditversicherer eine globale Kreditlinie in Höhe von 2,25 Milliarden Dollar zur Verfügung. Die Entscheidung dürfte die Warenbeschaffung für Kaufhof dennoch hier und da mühsamer machen, heißt es in der Branche. Dass die Verbraucher bei Kaufhof demnächst vor leeren Regalen stehen, ist nach Einschätzung von Branchenkennern aber nicht zu erwarten.

kg / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.