Krise Citigroup plant Massenentlassungen


Die amerikanische Citigroup ist noch stärker von der Immobilienkrise in den USA betroffen, als bislang angenommen. Es drohen erneut Abschreibungen in Milliardenhöhe und darüberhinaus auch ein Stellenabbau.

Die größte US-Bank Citigroup ringt weiter mit den Folgen der US-Immobilienkrise und muss einem Medienbericht zufolge bis zu 24 Milliarden Dollar abschreiben. Auch die Entlassung von 20.000 Mitarbeitern stehe im Rahmen von Kosteneinsparungen zur Debatte, berichtete der Sender CNBC am Wochenende. Darüber hinaus wolle die Citigroup frisches Kapital einsammeln.

Das Geldhaus werde entsprechende Pläne bereits am Dienstag bei Bekanntgabe seiner Quartalszahlen vorstellen. Das "Wall Street Journal" berichtete allerdings, die krisengeschüttelte Bank müsse möglicherweise auf eine milliardenschwere Finanzsprite aus China verzichten. Einem weiteren Medienbericht zufolge erhält die ebenfalls mit der Kreditkrise kämpfende US-Bank Merrill Lynch vier Milliarden Dollar frisches Kapital aus dem Ausland.

Analysten gehen bereits davon aus, dass die Citigroup einen Quartalsverlust ausweisen und massiv Stellen abbauen wird. Außerdem rechnen die Experten damit, dass das Kreditinstitut die Dividende kürzen oder deren Zahlungen aussetzen muss, um jährlich zehn Milliarden Dollar einzusparen. Etliche große US-Banken haben wegen der Krise am Hypotheken- und Immobilienmarkt Probleme und kämpfen mit Milliarden-Verlusten. Ein Ausweg ist für viele, sich frisches Kapital zu besorgen. Die Citigroup schockierte die Finanzwelt bereits mit Milliarden-Abschreibungen. Die einst größte Bank der Welt hatte zuletzt selbst angekündigt, im vierten Quartal weitere elf Milliarden Dollar abschreiben zu müssen.

Vergangene Woche hatte CNBC berichtet, das Institut prüfe die Streichung von fünf bis zehn Prozent der weltweit knapp 330.000 Arbeitsplätze. Seit Wochen wird über einen radikalen Sparplan des neuen Bankchefs Vikram Pandit spekuliert, der neben dem Abbau Zehntausender Stellen auch den Verkauf von Töchtern vorsehen könnte. Das Institut hatte im April bereits die Streichung von 17.000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Auch die US-Investmentbank Merrill Lynch bekommt offenbar die Kreditmarktkrise nach wie vor deutlich zu spüren. Einem Zeitungsbericht zufolge benötigt die Investmentbank weitere vier Milliarden Dollar frisches Geld. Dabei werde die Kuwait Investment Authority wohl ein wesentlicher Investor sein, berichtete die "Financial Times" im Internet unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise. Andere Investoren könnten aus Europa kommen. Eine Mitteilung dazu könne zur Wochenmitte bekanntgegeben werden. Merrill hatte sich bereits im Dezember bis zu 7,5 Milliarden Dollar gesichert. Dazu sollten ein Staatsfonds aus Singapur und eine Fondsgesellschaft einsteigen.

Eine milliardenschwere Finanzspritze aus China für die Citigroup ist dagegen möglicherweise in Gefahr. Innerhalb der Regierung in Peking gebe es Widerstand dagegen, dass die China Development Bank Citigroup-Anteile in Höhe von zwei Milliarden Dollar übernehme, berichtete das Wall Street Journal am Montag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise. Ob die Pläne damit vom Tisch seien, blieb zunächst aber unklar. Ein Sprecher von Citigroup in Hongkong lehnte eine Stellungnahme ab.

Am Wochenende hatte die "Financial Times" berichtet, die Citigroup stehe kurz vor einer neuen Finanzspritze von bis zu 14 Milliarden Dollar. Rund neun Milliarden davon kämen wohl von chinesischen Investoren. Ein Staatsfonds aus Kuwait solle eine Milliarde Dollar beisteuern, zwei bis vier Milliarden sollten durch die Ausgabe von Aktien erlöst werden. Citigroup hatte bereits im November eingewilligt, bis zu 4,9 Prozent eigener Aktien an Abu Dhabi für 7,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Reuters Reuters

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