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Einstweilige Verfügung: Gericht verbietet Streik der Lufthansa-Piloten

Rückschlag für die Piloten im Tarifstreit mit der Lufthansa: Das Hessische Landesarbeitsgericht hat den 13. Ausstand der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit für rechtswidrig erklärt.

Rote Ampel mut Lufthansa-Logo

Im Tarifstreit der Lufthansa stehen die Signale auf rot

Die Piloten der Lufthansa müssen ihren Streik vorerst beenden. Das hessische Landesarbeitsgericht erließ am Mittwoch eine einstweilige Verfügung gegen die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Die Lufthansa hatte den Antrag eingereicht, nachdem die Gewerkschaft am Dienstag die bereits 13. Streikrunde in dem seit Langem schwelenden Tarifkonflikt eingeläutet hatte. Das Landesarbeitsgericht entschied damit anders als das Arbeitsgericht Frankfurt am Dienstag, nach dessen Auffassung der Ausstand verhältnismäßig ist und keine streikfremden Ziele verfolgt. 

Die Lufthansa wirft der VC vor, einen "Mogel-Streik" zu führen. Tatsächlich gehe es ihr gar nicht vorrangig um die Übergangsversorgung der Piloten, sondern um das Lufthansa-Billigkonzept "Wings". Die VC hat in der Vergangenheit den von Konzernchef Carsten Spohr geplanten Umbau mit einer externen Billigtochter "Eurowings" heftig kritisiert. Piloten-Arbeitsplätze mit Billiglöhnen würden ins europäische Ausland exportiert und so dem deutschen Tarifrecht entzogen, lauteten unter anderem die Vorwürfe.


Mehr als 1500 Flüge gestrichen

Die Vereinigung Cockpit hatte die Lufthansa aufgefordert, sich nicht hinter juristischen Positionen zu verstecken. "Der Konzernvorstand muss endlich erkennen, dass ein Dienstleistungsunternehmen nicht gegen das eigene Personal geführt werden kann", sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Die Gewerkschaft sei bereit, zukunftsfähige Strukturen mitzugestalten. 

Am Mittwoch sollten von 1520 Flügen nach Angaben des Unternehmens rund 1000 ausfallen. Betroffen seien etwa 140.000 von 180.000 gebuchten Passagieren. Für innerdeutsche Strecken wurden die Fluggäste auf die Bahn verwiesen, zudem sollten auch Jets anderer Gesellschaften aus dem Lufthansa-Konzern eingesetzt werden.

Streikgrund ist die Übergangsversorgung von rund 5400 Piloten. Daneben geht es auch um die geplante Billigschiene Eurowings. Die Piloten werfen dem Unternehmen Tarifflucht vor, weil mit der neuen Unternehmensstruktur Arbeitsplätze zu günstigeren Konditionen ins Ausland verlagert werden sollen. Lufthansa begründet die Pläne mit dem hohen Kosten- und Konkurrenzdruck durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet.


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