HOME

Hansebarbier: "Zutritt für Frauen verboten": Dieser Friseur bedient nur Kerle

Rockmusik, Alkohol, Zigarren: Felix Preiß' Barbiersalon richtet sich ausschließlich an echte Kerle. Frauen und Kindern ist der Zutritt verboten – das findet nicht jede lustig.

Hansebarbier Felix Preiß an der Tür zu seinem Laden in Hamburg

Hansebarbier Felix Preiß an der Tür zu seinem Laden in Hamburg

Nein, beim Hansebarbier dudelt keine leichte Popmusik aus den Lautsprechern. Neben der Wartecouch liegen keine Klatschblätter. Und es riecht auch nicht nach Parfüm und süßlichen Haarpflegeprodukten. Stattdessen: Tote Hosen auf die Ohren, Men's Health auf der abgewetzten Ledercouch und wer will, kann sich die Zeit mit einer Bolivar-Zigarre vertreiben und dazu einen Jack Daniel's oder einen Wodka aus der Hausbar genehmigen.

Rauchen und Alkohol trinken sind ausdrücklich erlaubt in Felix Preiß' Hamburger Barbiersalon und für die Kunden sogar gratis. Zumindest für die, die reindürfen. Denn was nicht erlaubt ist, sind Kinder und Frauen. Darauf weist ein Schild an der Eingangstür in Großbuchstaben hin: "Zutritt für Jugendliche unter 18 und Frauen verboten", heißt es unmissverständlich in weiß auf rot. "Frauen dürfen nur rein, wenn sie einen Gutschein oder ein Haarpflegeprodukt für ihren Mann kaufen wollen", sagt Ladenbesitzer Felix Preiß. Der 34-Jährige trägt Hemd, Weste und Fliege, die Oberarme sind tätowiert, der Bart akkurat gestutzt.

Im Sommer eröffnete der gelernte Friseur seinen "Tempel für glückliche Männer", wie es auf der Website heißt. Das "Frauen verboten"-Schild dient dabei als Provokation und Werbemaßnahme zugleich. Denn natürlich dauerte es nicht lange, bis zwei Frauen aus einer lokalen Facebook-Gruppe versuchten, einen kleinen Shitstorm gegen den Laden loszutreten. "Hat aber nicht wirklich funktioniert", sagt Preiß. "Ich habe mehr Zuspruch als Protest erfahren." Seit der dritten Woche nach Eröffnung sei er ausgebucht.

"Männer brauchen ihre Auszeiten"

Aber warum möchte er denn eigentlich partout keine Frauen im Laden haben? "Das liegt nicht daran, dass ich Frauen nicht mag", sagt Preiß. "Aber Männer brauchen ab und zu mal eine Auszeit." Zeit für sich, ohne Frauen. Daran findet er nichts verwerflich. Schließlich gebe es auch genug Einrichtungen, in denen Männer nicht willkommen seien - vom Fitnessstudio für Frauen bis zu Olivia Jones' Menstrip-Bar an der Reeperbahn. "Gleichberechtigung heißt nicht, dass immer alles für jeden sein muss", sagt Preiß.

Mit dem Barbiersalon bedient Preiß nicht nur den Macho im Mann, sondern auch den Trend, Rasuren und Bartpflege nicht mehr nur als lästige Pflicht zu sehen, sondern auch ein bisschen zu zelebrieren und mehr Geld dafür auszugeben. Ein Haarschnitt kostet bei ihm 29 Euro, eine Bartrasur nochmal so viel. Den seit einigen Jahren andauernden Trend zum Bart sieht er ungebrochen. In der Ausbildung an der Friseurmeisterschule spielte die Kunst der Bartrasur dagegen überhaupt keine Rolle, berichtet Preiß. "Dafür habe ich dort gelernt, Fingernägel zu lackieren - an jeder Hand drei verschiedene Muster."

Dass Felix Preiß sich nicht als frauenfeindlicher Friseur verstanden wissen will, zeigt ein Blick in seine Biographie. Bevor er seinen eigenen Laden eröffnete, arbeitete er angestellt in verschiedenen Friseurbetrieben für beide Geschlechter. Zudem war er "offizieller Teamfriseur" des Hamburger SV – für die damalige Bundesligamannschaft der Frauen. 

"SuperShe-Island": Diese Ferieninsel dürfen Männer nicht betreten - die Besitzerin erklärt, warum
Auf "SuperShe-Island", einer 34.000 Quadratmeter großen Inselidylle vor der Küste Finnlands, sollen Frauen aus aller Welt urlauben, netzwerken und Pläne schmieden können - ganz ungestört von der Männerwelt.

Auf "SuperShe-Island", einer 34.000 Quadratmeter großen Inselidylle vor der Küste Finnlands, sollen Frauen aus aller Welt urlauben, netzwerken und Pläne schmieden können - ganz ungestört von der Männerwelt.

Themen in diesem Artikel