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Maria-Elisabeth Schaeffler: Die Kugellager-Lady

Es könnte der Deal des Jahres werden. Die Schaeffler-Gruppe will den Dax-Konzern Continental schlucken. Dass der fränkische Familienbetrieb zu solchen Manövern fähig ist, verdankt er seiner Eigentümerin: Maria-Elisabeth Schaeffler.

Von Angela Maier, Claus Hecking und Jan Keith

Amadeus könnte einem sicher eine Menge erzählen. Er ist ja immer dabei, wenn es im Büro von Maria-Elisabeth Schaeffler zur Sache geht. Er sitzt dann auf seinem Stammplatz, verhält sich unauffällig und spitzt die Ohren. Er hört Zahlen, Daten, Fakten. Jedes Detail eines Deals. Nur leider ist Amadeus ein Hund.

Ansonsten gibt es am Arbeitsplatz der Inhaberin der Schaeffler Gruppe wenig Verräterisches. Der Raum ist ganz in Weiß gehalten, in der Ecke steht ein Bronzeengel auf einer Holzsäule - ein Erbstück aus dem Jahr 1905. Auf der Holzsäule steht "Dankbarkeit krönt die Arbeit". Auf dem sichelförmigen Schreibtisch sind ein paar Familienfotos zu sehen, aber kein Computer und kein Bildschirm. Es sieht eher nach Wohnzeitschrift aus als nach knallharter Arbeit.

Weltkonzern statt Kloster

Doch von hier aus hat die 67-Jährige den Familienbetrieb ihres verstorbenen Mannes in einen multinationalen Konzern verwandelt: den zweitgrößten Wälzlagerhersteller der Welt. Vor sieben Jahren schluckte die Gruppe durch eine feindliche Übernahme den viel größeren Rivalen FAG Kugelfischer. Jetzt plant sie im beschaulichen Herzogenaurach ein Geschäft, das zum Deal des Jahres werden könnte. Ihre Schaeffler Gruppe soll für mehr als 20 Milliarden Euro den Dax-Konzern Continental übernehmen, den drittgrößten Automobilzulieferer der Welt. Obwohl Continental dreimal so groß ist wie Schaeffler selbst.

Geplant war das so nicht. Mit 15 Jahren will Maria-Elisabeth Kurssa ins Kloster gehen. Doch dann kommt alles ganz anders. Nach dem Abitur studiert sie in Wien Medizin. Dort begegnet sie 1963 einem 24 Jahre älteren Mann: Georg Schaeffler. Der Fabrikant hat zu diesem Zeitpunkt zusammen mit seinem Bruder Wilhelm ein beachtliches Nadellager-Imperium aufgebaut.

Die in Prag geborene Österreicherin bricht ihr Studium ab und folgt dem gewieften Geschäftsmann nach Herzogenaurach. Sie sattelt um auf Betriebswirtschaft, während sich ihr Ehemann weiter in die Arbeit stürzt. Sieben Tage die Woche, von früh bis spät, verbringt er in der Firma. Alles dreht sich ums Geschäft. Auch Maria-Elisabeth nimmt sich kaum noch Zeit für die Universität. Viel lieber begleitet die junge Ehefrau ihren Mann, nimmt an Sitzungen der Geschäftsleitung teil, ist bei Betriebsversammlungen dabei. Später sagt sie: "Ich habe bei ihm 33 Jahre lang eine hervorragende Ausbildung erleben dürfen."

Plötzlich allein an der Spitze

Die kann sie gut gebrauchen. 1996 stirbt ihr Mann, plötzlich muss sie das Unternehmen steuern - allein. Denn der Sohn lebt mittlerweile als erfolgreicher Wirtschaftsanwalt in den USA und hält sich aus dem Tagesgeschäft heraus.

Die Witwe ist fest entschlossen, das Unternehmen weiterzuführen. Sie arbeitet fast rund um die Uhr, bestellt Mitarbeiter zu sich nach Hause, um sich zu informieren - und merkt schließlich, dass sie auf Dauer einen kompetenten Manager braucht, der die laufenden Geschäfte führt.

Den findet sie 1998 eher zufällig, auf der Hannover Messe: Jürgen Geißinger, Europachef des US-Autozulieferers ITT. Ein Mann, von dem sie nach fünf Minuten Gespräch überzeugt ist: "Der ist der Richtige." Ein Mann der Tat, jemand, der anpackt, gute Ideen hat. Und schon bald den Stil des Hauses verändert. Seit der Konzern Maria-Elisabeth Schaeffler gehört und seit ihn Jürgen Geißinger führt, hat sich die Firmenstrategie um 180 Grad gedreht. Vorher setzte der Mittelständler auf organisches Wachstum und die Unabhängigkeit von Banken. Doch damit ist es jetzt mit einem Schlag vorbei. Aus einem erfolgreichen, aber auch zurückhaltenden Familienbetrieb wird ein globaler Konzern, der aggressiv expandiert und die Branche durcheinanderwirbelt.

"Operation Mozart"

Im Herbst 2001 macht der Manager erstmals deutlich, was er dem Unternehmen alles zutraut. Er plant, den Rivalen FAG Kugelfischer zu kaufen. An einem Freitagabend informiert Geißinger FAG-Chef Uwe Loos per Autotelefon: "Am Montag haben Sie ein Übernahmeangebot auf dem Tisch."

FAG lehnt ab. Daraufhin beginnt eine der härtesten Übernahmeschlachten der deutschen Wirtschaftsgeschichte. So etwas hat es vorher in Deutschland noch nicht gegeben: Ein fast unbekannter Familienbetrieb attackiert einen börsennotierten Konzern.

"Operation Mozart", wie die Opernliebhaberin Schaeffler den Deal nennt, wurde zum Triumphzug für die Witwe. Früh hatten sie und Geißinger erkannt, wie groß die Synergien zwischen beiden Firmen waren - und wie niedrig "Figaro", wie sie FAG in ihren Plänen titulierten, an der Börse bewertet war. Heute ist die Schaeffler Gruppe der zweitgrößte Wälzlagerhersteller der Erde - und hochprofitabel dazu. 66.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 8,9 Milliarden Euro Umsatz.

Ein perfektes Duo

In Herzogenaurach ist die Schaeffler Gruppe der größte Arbeitgeber des Ortes, noch vor Adidas und Puma. Allein hier arbeiten 8000 Menschen für die Firma. "Wenn Schaeffler hustet, bekommt Herzogenaurach Lungenentzündung", sagt der ehemalige Bürgermeister Hans Lang.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schaeffler Gruppe wieder zuschlagen würde. Wochenlang bereitete Geißinger den jüngsten Coup vor, fühlte bei Banken wegen der Akquise von Milliarden vor. Als der Aktienkurs von Conti am Freitag absackt, sieht der Schwabe den richtigen Moment gekommen. In Frankfurt trifft er sich mit hochrangigen Conti-Managern, um ihnen seine Absichten mitzuteilen: Er werde Conti übernehmen. Zur Not auch feindlich.

Dass bis jetzt noch kein Angebot abgegeben wurde, deutet darauf hin, dass die Franken es noch mal freundlich versuchen wollen. Die Risiken eines feindlichen Gebots sind groß, insbesondere wenn der David den Goliath angreift. "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein weiterer Bieter auftritt, der die Unterstützung des Managements hat", sagt ein Investmentbanker. Allzu lang darf sich Geißinger mit seinem Gebot also nicht Zeit lassen. Sonst könnte es für die Schaeffler Gruppe zu teuer werden. Aus den eigenen Reihen muss der 48-Jährige keine Kritik fürchten. Seit seinem Amtsantritt genießt Geißinger bei der Chefin uneingeschränktes Vertrauen.

Geißinger und Schaeffler, das perfekte Duo. Während der Manager die Verhandlungen führt, gibt die blonde, elegante Frau gern die alle umsorgende Firmenmutter. Nach der FAG-Übernahme beruhigte sie die besorgten Mitarbeiter des geschluckten Unternehmens, indem sie ihnen mitteilte, für sie werde es drei Jahre lang keine betriebsbedingten Kündigungen geben. "Wir sind ein Familienunternehmen", sagte sie damals, "und das wollen wir auch bleiben."

Ihr Image als Gutmensch pflegt sie auch außerhalb der Firma gewissenhaft - und lässt sich mit Orden überschütten. Sie hat den Bayerischen Verdienstorden ebenso bekommen wie das Bundesverdienstkreuz I. Klasse und das Große Silberne Ehrenzeichen mit Stern für Verdienste um die Republik Österreich. Die Urkunden hängen hinter ihrem Schreibtisch im Büro. Als Schaeffler vor zwei Jahren zur Ehrenbürgerin von Herzogenaurach ernannt wurde, brachte sie zum Festakt die konzerneigene Bigband gleich mit - und die spielte "Money Can't Buy Me Love". Geld hätte Maria-Elisabeth Schaeffler genug: Das weltweite Milliardärsranking des US-Finanzmagazins "Forbes" führt sie und ihren Sohn Georg auf Rang 104 - mit einem geschätzten Vermögen von 5,4 Milliarden Dollar.

All das hört sich nach einer geglückten Karriere an. Doch eine Sache bereitet der Chefin arges Kopfzerbrechen: die Nachfolge. Denn Georg will offenbar noch immer nicht die Unternehmensleitung übernehmen. Der Anwalt macht jedenfalls keine Anstalten, seinen Lebensmittelpunkt von Dallas in die fränkische Provinz zu verlegen. Seine Mutter scheint das zu schmerzen. Auf einer Diskussionveranstaltung ließ sie kürzlich in einem Nebensatz fallen, dass ihr Sohn "leider in Amerika lebt". Die leise Hoffnung, dass Georg vielleicht doch eines Tages zurückkomme, werde sie nicht aufgeben, hat Maria-Elisabeth Schaeffler einmal gesagt. Vielleicht überlegt er es sich ja doch noch mal anders. Denn Yorkshire Amadeus kann den Betrieb nicht übernehmen.

Unternehmens-Chronik 1946In der fränkischen Kleinstadt Herzogenaurach gründen die Brüder Wilhelm und Georg Schaeffler das Industriewerk Schaeffler Nadellager (INA). Zu den Produkten der ersten Stunde zählen Gürtelschnallen und Holzknöpfe.
1956Das Unternehmen eröffnet ein Werk in Frankreich. 1981 Mittlerweile arbeiten weltweit 12.000 Menschen für die INA-Gruppe. Wilhelm Schaeffler stirbt im Alter von 73 Jahren.
1996Nach Georg Schaefflers Tod erben seine Frau Maria-Elisabeth und Sohn Georg das Unternehmen.
1998Der promovierte Maschinenbauer Jürgen Geißinger wird Vorsitzender der Geschäftsleitung.
1999Das Unternehmen schluckt den Kupplungshersteller LuK.
2001Nach hartem Kampf übernimmt die Schaeffler Gruppe den damals im MDax gelisteten Konzern FAG Kugelfischer. Damit entsteht der zweitgrößte Wälzlagerhersteller der Welt.
2007Mit 66.000 Mitarbeitern erwirtschaftet der Familienkonzern einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro.
14. Juli 2008
FTD
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(