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Fastfoodkonzern Weniger Umsatz und Gewinn: Schlittert McDonald's zurück in die Krise?

McDonalds: Aufschwung verpufft?
Ist der Aufschwung von McDonald's schon wieder verpufft?
© picture alliance / Sven Simon
Das ganztägige Frühstück brachte die angeschlagene Fastfoodkette McDonald's zurück in die Spur. Doch zum Jahresende musste der Konzern schrumpfenden Umsatz und Gewinn verbuchen. Ist der Aufschwung schon wieder vorbei?

Das Jahr 2016 sollte eigentlich die Wende bei McDonald's bringen. Die Burgerkette wollte zurück in die Erfolgsspur. Und das sah anfangs auch ganz gut aus. Das ganztägige Frühstücksangebot auf dem wichtigen US-Markt verfehlte seine Wirkung nicht, die Umsätze stabilisierten sich. 

Doch das vierte Quartal 2016 gibt Anlass zur Sorge beim weltgrößten Fastfoodkonzern. Denn Umsatz und Gewinne schrumpften. Der Überschuss sank verglichen mit dem Vorjahreswert um rund ein Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro), wie die US-Schnellrestaurantkette mitteilte. Die Erlöse gingen um fünf Prozent auf 6,0 Milliarden Dollar zurück. Damit ist McDonald's fast am Erlöstiefpunkt angelangt. Die niedrigsten Umsätze verbucht die Bugerkette traditionell eigentlich im ersten Quartal. In den vergangenen Jahren waren die Resultate in den ersten drei Monaten eines Jahres immer schwach. Nun überzeugt auch das vierte Quartal nicht.

Das Jahr 2016 war wie üblich gestartet: Im schwachen Q1 erzielte die Burgerkette weltweit 5,9 Milliarden Dollar - der historische Tiefpunkt. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor machte McDonald's zum Jahresanfang noch einen Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar. Das war zwar damals immer noch kein berauschender Start ins Jahr. Aber verglichen mit den aktuellen Zahlen ein durchaus annehmbarer Jahresauftakt.

Nun sind die Zahlen auch am Jahresende schwach. Im Abschlussquartal 2016 waren nur rund sechs Milliarden Dollar. Ein enttäuschendes Resultat. Doch völlig überraschend kommt dieses Ergebnis nicht.

McDonald's verkauft Filialen 

Ein Grund für den jüngsten Umsatzschwund: Der Konzern betreibt seine Filialen zunehmend nicht mehr selbst, sondern überlässt sie Franchise-Nehmern. Mit dieser Strategie nimmt McDonald's Einbußen bei den Erlösen in Kauf, spart dafür aber Kosten und profitiert von Lizenzgebühren. Konzernchef Steve Easterbrook will langfristig 95 Prozent der weltweit über 36.000 McDonald's-Schnellrestaurants in die Hände von Franchise-Partnern geben. Die Strategie ist klar: McDonald's sichert sich Einnahmen aus dem Burgergeschäft - und das bei geringerem Risiko. 

In China läuft es wieder für McDonald's

Anfang Januar hatte der Konzern zu diesem Zweck bereits einen Milliarden-Deal in China verkündet. Im Reich der Mitte hatte McDonald's zwischenzeitlich stark unter dem Gammelfleisch-Skandal eines Zulieferers gelitten, doch zuletzt ging es wieder bergauf. Auch in anderen Ländern wie Japan und Großbritannien lief es gut, so dass der Konzern im vierten Quartal weltweit ein überraschend deutliches Verkaufsplus von 2,7 Prozent verbuchte. Zur Geschäftsentwicklung in Deutschland wurden keine Angaben gemacht.

Das größte Problem: Der US-Markt

In den USA tut sich der Konzern schon länger schwer. Der Marktführer wird von gehobener Konkurrenz wie Shake Shack und klassischen Rivalen wie Burger King und Wendy's in die Mangel genommen. Der seit knapp zwei Jahren amtierende Vorstandschef Easterbrook hat diverse Maßnahmen ergriffen, um Kunden zurückzugewinnen - vom Versuch, mit Grünkohl und Spinat auf den Öko-Zug aufzuspringen, bis hin zu Experimenten mit frischem Hackfleisch. Doch der Erfolg hielt sich bislang in Grenzen.

McDonald's in Deutschland sucht nach Lösungsweg

Auch in Deutschland versucht McDonald's mit allerlei Neuerungen, die Kunden wieder in die Restaurants zu locken. So wurden viele Filialen umgestaltet, bestellt werden kann an digitalen Terminals, das Essen wird sogar an den Platz gebracht. Deutschland-Chef Holger Beeck will wieder Familien für die Fastfoodkette begeistern. Auch mit neuen Burger-Kreationen sollen mehr Kunden gelockt werden. Das klappt nur mittelmäßig. So hatte die Fastfoodkette mit großem Geklapper den ersten Bio-Burger des Unternehmens präsentiert. Wobei der Burgerbrater selbst nie von bio sprach - denn nur das Fleisch stammte nicht aus konventioneller Landwirtschaft. Brötchen, Salat, Tomaten, Soße - alles kein bio. Das Angebot überzeugte die Kunden offenbar nicht - der Bio-Burger wurde wieder vom Markt genommen. Einen reinen Bio-Burger bei McDonald's hatte Beeck ausgeschlossen. 

McDonald's leidet unter dem starken Dollar

Ein weiteres Problem für McDonald's bleibt indes der starke Dollar, der Auslandseinnahmen nach Umrechnung in die US-Währung verringert. Ohne diesen negativen Wechselkurseffekt wäre der Umsatz im vierten Quartal laut Konzernangaben nur um drei Prozent gesunken und der Gewinn unter dem Strich um ein Prozent gestiegen. Bei Anlegern kamen die Quartalsergebnisse nicht gut an - die Aktie startete mit einem Minus von knapp einem Prozent in den US-Handel. In den letzten sechs Monaten ist der Kurs um 4,8 Prozent gesunken. 

mit Agentur

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