MOBILCOM Schmid unterschreibt Vertrag


MobilCom-Gründer Gerhard Schmid hat seine Aktien und die seiner Ehefrau auf einen Treuhänder übertragen. Die Übertragung ist der letzte noch fehlende Mosaikstein für die Rettung des Unternehmens.

Die Rettung des schwer angeschlagenen Mobilfunkunternehmens MobilCom ist noch nicht endgültig gesichert. Nach stundenlangen Verhandlungen unterzeichnete MobilCom-Gründer Gerhard Schmid gestern einen Vertrag, der die Übertragung seiner Aktien und der seiner Ehefrau auf einen Treuhänder regelt. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte jedoch am Abend in Berlin, der Text sei gegenüber der abgestimmten Fassung geändert worden und enthalte jetzt Forderungen Schmids, die »so nicht akzeptabel« seien.

Dagegen hatte Schmid gesagt, der von ihm unterzeichnete Vertrag erfülle alle Bedingungen der Bundesregierung, gebe aber auch ihm die notwendige Sicherheit. Mit der Übertragung der Anteile erfüllt Schmid eine Bedingung des MobilCom-Großaktionärs France Télécom.

Die Übertragung von Schmids Aktien an einen Treuhänder ist der letzte noch fehlende Mosaikstein für die Rettung des angeschlagenen schleswig-holsteinischen Mobilfunkunternehmens. Am Vortag hatten die Banken die MobilCom-Kredite für den Erwerb der UMTS-Lizenzen von 4,7 Milliarden Euro nochmals um zwei Wochen verlängert. Für die Lösung der MobilCom-Probleme zeichnen sich drei wesentliche Elemente ab: France Télécom entlastet das Unternehmen um rund sieben Milliarden Euro Schulden, deutsche Banken geben nochmals rund 100 Millionen Euro Liquiditätskredite, die staatlich abgesichert werden, und knapp die Hälfte der 5.000 Arbeitsplätze wird gestrichen.

MobilCom würde sich dann wieder auf den Verkauf von Handys und Mobilfunkverträgen konzentrieren. Unklar ist noch, was mit den bereits gebauten Anlagen für das UMTS-Netz geschieht, in die das Unternehmen bereits mehr als eine Milliarde Euro investiert hat. Konkurrent E-Plus will gern einen Teil dieser Anlagen übernehmen und dafür auf Millionenforderungen aus einem Dienstleistungsvertrag verzichten. Die UMTS-Lizenz will MobilCom behalten, um für andere Unternehmen als Partner attraktiv zu sein.


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