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Namensrechte: Daimler darf Daimler heißen

Hätte Ford nicht ein Einsehen gehabt, dann dürfte Daimler nicht Daimler heißen. Denn die Namensrechte an dem deutschesten aller deutschen Automobilbauer hält schon seit den 60er Jahren die Ford-Tochter Jaguar. Nun aber lassen die Amerikaner die Marke Daimler ziehen.

Der vor der Umbenennung in Daimler stehende Stuttgarter Autobauer Daimler-Chrysler hat sich die Nutzungsrechte an seinem neuen Firmennamen erst im Mai nach Verhandlungen mit dem US-Autobauer Ford gesichert. Ford und seiner Tochter Jaguar gehören die Namensrechte seit mehreren Jahrzehnten. Unter dem Markennamen Daimler verkauft die Jaguar-Tochter seit langem Luxusautomobile.

Keine Angaben über finanzielle Details

Ein Sprecher von Ford sagte, Ford habe mit Daimler-Chrysler eine Erweiterung der Nutzungsgenehmigung für den Namen Daimler vereinbart. "Daimler-Chrysler darf nun den Namen allein oder in Kombination mit anderen Wörtern als Handelsfirma, Handelsmarke oder Firmenbezeichnung nutzen", so der Sprecher. "Unter den Bedingungen der bisherigen Vereinbarungen war das nicht möglich." Als Produktbezeichnung darf der Stuttgarter Autobauer den Namen eines seiner Gründer jedoch nicht verwenden. Über die finanziellen Details der Vereinbarung machte Ford keine Angaben. Auch eine Sprecherin von Daimler-Chrysler wollte sich nicht zu Details äußern: "Es gibt keinen Dissens mit Ford hinsichtlich der Verwendung des Namens Daimler."

Die von der Hauptversammlung am 4. Oktober zu beschließende Namensänderung in Daimler AG hat breite Kritik hervorgerufen. Kritiker verlangen eine Rückbenennung in Daimler-Benz AG, weil Gottlieb Daimler und Carl Benz Ende des 19. Jahrhunderts unabhängig voneinander an der Entwicklung des Automobils gearbeitet hatten. In England produzierte später eine Daimler Motor Company Daimler-Motoren in Lizenz. Erworben wurde diese Firma 1960 vom britischen Autohersteller Jaguar, der mittlerweile zu Ford gehört.

DaimlerChrysler hatte im Mai den Verkauf der Mehrheit des US-Autobauers Chrysler an den US-Finanzinvestor Cerberus bekanntgegeben. Nach der inzwischen besiegelten Transaktion will der Stuttgarter Autokonzern seinen Namen auf Daimler AG verkürzen.

Reuters / Reuters