Neuer Vorstandschef Siemens-Manager führt bald ThyssenKrupp


Noch bei Siemens, ab Oktober bei ThyssenKrupp: Heinrich Hiesinger übernimmt beim größten deutschen Stahlkonzern den Chefsessel und löst Dauerbrenner Ekkehard Schulz ab.

Ein Siemens-Manager soll das Ruder bei dem tief in die roten Zahlen gerutschten Stahlgiganten ThyssenKrupp übernehmen. Der 49-jährige Heinrich Hiesinger soll im Januar kommenden Jahres die Nachfolge des langjährigen Konzernchefs Ekkehard Schulz antreten. Ein entsprechender Vorschlag wird dem Aufsichtsrat des Konzerns bei seiner Sitzung am Mittwoch kommender Woche vorgelegt. Mit dieser Mitteilung beendete ThyssenKrupp am Dienstag eine seit Monaten schwelende Diskussion um die Nachfolge des 68-jährigen Schulz.

Der studierte Elektrotechniker Hiesinger ist derzeit im Siemens-Vorstand für den Industriesektor zuständig. Er soll am 1. Oktober dieses Jahres zunächst als stellvertretender Vorsitzender in den ThyssenKrupp-Vorstand eintreten. Die Nachfolge von Schulz soll Hiesinger mit Ablauf der Hauptversammlung am 21. Januar 2011 übernehmen. Neu in den Vorstand eintreten soll auch der derzeitige ThyssenKrupp-Generalbevollmächtigte Jürgen Claassen, der dort unter anderem für Konzernentwicklung zuständig sein soll.

Enttäuschung für hauseigene Kronprinzen

Die am Dienstag bekanntgewordene Entscheidung des Personalausschusses des Aufsichtsrats war für viele Beobachter eine Überraschung. Im Vorfeld waren für die Besetzung des Chefpostens bei dem Stahlkonzern immer wieder die Namen aus der Riege der konzerneigenen Manager genannt worden. Den Kürzeren zogen etwa der für den Stahlbereich zuständige Vorstand Edwin Eichler und der für die Technologiesparte verantwortliche Vorstand Olaf Berlien.

Der 68-jährige Schulz steht seit der Fusion der beiden Traditionsunternehmen Thyssen und Krupp 1999 seit mehr als zehn Jahren an der Spitze des Großkonzerns. Der vormalige Thyssen-Chef führte das Amt zunächst bis September 2001 gemeinsam mit dem Krupp-Manager Gerhard Cromme, ehe dieser in den Aufsichtsrat wechselte. Cromme ist derzeit Vorsitzender der Aufsichtsräte von ThyssenKrupp und Siemens.

Nach Jahren des Wirtschaftsbooms und steigender Gewinne war ThyssenKrupp im zurückliegenden Geschäftsjahr 2008/09 mit einem Vorsteuerverlust von mehr als 2,3 Milliarden Euro tief in die roten Zahlen gerutscht. Für das laufende Geschäftsjahr hat Schulz jedoch bereits eine Rückkehr in die Gewinnzone angekündigt. Belastet wird der größte deutsche Stahlkonzern derzeit von Spekulationen auf den Rohstoffmärkten, die zu einem drastischen Anstieg der Preise für Eisenerz geführt haben.

DPA DPA

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