Partnerschaft Bei AOL ist jetzt Google drin


Wer sucht wo mit wem im Internet? Im Kampf um dem Milliarden-Markt der Internet-Suchmaschinen ringen Google und Microsoft um die Vorherrschaft. Nun musste der Softwareriese überraschend eine Schlappe einstecken.

Rückschlag für den Softwareriesen Microsoft und mal wieder ein schlagzeilenträchtiger Erfolg für Google: Der Suchmaschinenbetreiber will eine fünfprozentige Beteiligung an America Online (AOL) für eine Milliarde Dollar, umgerechnet 833 Millionen Euro kaufen und seine Werbepartnerschaft mit AOL stark ausbauen. Dies geht aus amerikanischen Medienberichten vom Samstag hervor. Der weltgrößte Medienkonzern Time Warner, dem AOL gehört, hat sich damit für eine noch engere Partnerschaft mit Google und gegen Microsoft entschieden.

AOL wird damit mit insgesamt 20 Milliarden Dollar bewertet. AOL leidet seit langem unter starkem Kundenschwund im Internetzugangsgeschäft und will dies offensichtlich mit Hilfe der engen Google-Werbepartnerschaft durch deutlich höhere Online- Werbeeinnahmen wettmachen.

Vereinbarung soll am Dienstag gebilligt werden

Die Vereinbarung mit Google solle am Dienstag vom Time-Warner-Verwaltungsrat gebilligt werden, hieß es. Microsoft hatte seit Jahresbeginn mit Time Warner über eine AOL-Kooperation verhandelt. Zeitweise hatten sich auch Yahoo, der größte US- Kabelfernsehbetreiber Comcast sowie die News Corp. des Medienmagnaten Rupert Murdoch für eine AOL-Partnerschaft interessiert. Google war erst im September an Time Warner heran getreten.

Für Microsoft ist dies ein schwerer Schlag. Das Unternehmen hatte gehofft, AOL für die Verwendung seiner beim Onlinedienst MSN angesiedelten Internet-Suchmaschine abzuwerben. Damit bleibt Microsoft im Suchanzeigengeschäft weit abgeschlagen hinter Google und Yahoo die Nummer drei. AOL hatte bereits die Google-Suchmaschine verwendet. Die drei Unternehmen nahmen keine Stellung.

AOL-Anzeigen sollen auf den Google-Seiten spezielle Platzierungen erhalten. Bei Suchanfragen von Google-Nutzern zu Themen, für die AOL Informationen hat, soll eine Zugangsmöglichkeit zu AOL-Sites geschaffen werden. AOL kann auch Werbung verkaufen, die auf anderen Websites erscheint, die die Google-Suchmaschine verwenden. Schließlich will Google AOL-Videos stärker bei seinem eigenen Videosuchdienst platzieren. All dies dürfte für AOL höhere Online-Anzeigeneinnahmen bedeuten.

Time-Warner-Chef Parsons steht unter starkem Druck des US- Milliardärs Carl Icahn. Er verlangt kursfördernde Maßnahmen wie eine Aufspaltung von Time Warner und Aktienrückkäufe von 20 Milliarden Dollar. Icahn und seine Partner kontrollieren rund drei Prozent der Time-Warner-Aktien. Auch der AOL-Mitgründer Stephen M. Case hatte sich kürzlich für eine Aufspaltung von Time Warner stark gemacht.

DPA DPA

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