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Partnerschaft vor dem Ende VW verweigert Suzuki die Kündigung


Nach dem Stotterstart könnte die Fahrgemeinschaft aus VW und Suzuki bald ganz auf der Strecke bleiben: Die Japaner wollen aussteigen. Um den Weg an die Weltspitze fortzusetzen, will es Volkswagen so weit aber nicht kommen lassen.

Seit Monaten läuft die einst mit vielen Hoffnungen gestartete Kooperation zwischen Volkswagen und Suzuki holprig, nun kommt es zur Eskalation: Der japanische Autobauer will seine Partnerschaft mit Volkswagen aufkündigen. Man biete an, die Kapitalverflechtung mit VW aufzulösen, teilte Suzuki am Montag mit. In einer ersten Reaktion sagte ein Volkswagen-Sprecher in Wolfsburg: "Wir halten an dem Anteil an Suzuki fest und sind weiterhin an der Kooperation interessiert."

Volkswagen ist seit Dezember 2009 mit 19,9 Prozent an Suzuki beteiligt, erklärtes Ziel ist eine langfristige strategische Partnerschaft. Beide Unternehmen ergänzten sich "ideal", hatte VW noch im Oktober erklärt. Suzuki hält 1,5 Prozent an VW. "Für VW wäre ein Bruch mit Suzuki schlecht", sagte Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. "Denn VW hat trotz vieler Marken bisher keine wirkliche Kompetenz im schnell wachsenden Billigautosegment." VW verliere durch den Streit wichtige Zeit und Marktanteile in Schwellenländern, erklärte Dudenhöffer, der das CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen leitet.

Suzuki-Bestellung bei Fiat verärgert VW

Die Kooperation läuft seit Längerem schwierig: Im Juli wies Volkswagen darauf hin, dass sich die Partnerschaft langsamer als erwartet entwickele - man wolle nun eine Bewertung der Partnerschaft vornehmen. Suzuki wiederum hatte sich irritiert gezeigt, als der Konzern im VW-Geschäftsbericht für 2010 als ein "assoziiertes Unternehmen" bezeichnet wurde. Suzuki hatte dagegen zuvor von einer Partnerschaft auf Augenhöhe gesprochen.

Am Sonntag hatte VW dann erklärt, man sehe den im Dezember 2009 geschlossenen Kooperationsvertrag als verletzt an. Die Vertragsverletzung stehe im Zusammenhang mit dem Bezug von Dieselmotoren seitens Suzuki durch einen anderen Hersteller. Nach Angaben aus Branchenkreisen handelt es sich dabei um Fiat. Dies widerspricht aus VW-Sicht den Vertragsinhalten der Kooperation zwischen Volkswagen und den Japanern. Suzuki werde nun eine mehrwöchige Frist eingeräumt, den Sachverhalt zu korrigieren, hatte VW erklärt.

Suzuki-Kompetenzen: Kleinwagen und Schwellenländer

VW-Ziel der Partnerschaft ist es, von der Kompetenz der Japaner beim Bau günstiger Kleinwagen und der starken Marktstellung in Schwellenländern zu profitieren. Ursprünglich versprachen sich beide auch technologische Vorteile von der Allianz. VW will bis spätestens 2018 Toyota überholen und zur Auto-Weltmacht aufrücken.

Suzuki ist vor allem auf dem schnell wachsenden indischen Markt gut aufgestellt. Das Segment kleiner Billigautos wächst schnell und gilt bei Experten als wichtig für die weltweite Marktführerschaft.

fw/DPA/Reuters DPA Reuters

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