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Wirtschaftsminister: "Total peinlich": Peter Altmaier schämt sich fürs deutsche Handynetz

Auch der Wirtschaftsminister leidet unter Funklöchern. Peter Altmaier hat öffentlich erklärt, wie sehr er sich im Ausland für das deutsche Handynetz schämt.

Peter Altmaier

Peter Altmaier ist Bundesminister für Wirtschaft und Energie

DPA

Wer öfter mit dem Zug unterwegs ist oder längere Strecken mit dem Auto fährt, der kennt das Problem: Telefonieren oder Surfen im Internet ist oft schwierig - weil ein Funkloch das nächste jagt. In diesem Punkt geht es auch dem deutschen Wirtschaftsminister Peter Altmaier nicht besser als dem Otto-Normalnutzer.

Auf einer Veranstaltung des "'Manager Magazins" zog der 60-Jährige ordentlich vom Leder. "Es ist eine der größten Blamagen des Technologie-Standorts Deutschland, dass inzwischen 99 von 100 Handy-Nutzern überzeugt sind, dass 4G bei uns ständig nur zusammenbricht", sagt Altmaier auf einer Veranstaltung des "Manager Magazins", über die mehrere Medien berichten. Um dann hinzuzufügen: "Und ich muss sagen, mir geht es auch so."

In der täglichen Arbeit bedeute dies, dass er wichtige Anrufe nicht mehr von unterwegs tätige. "Ich bin ja viel im Auto unterwegs und habe inzwischen meinem Büro erklärt, dass ich bitte auf Fahrten nicht mehr mit ausländischen Ministerkollegen verbunden werden will, weil es mir total peinlich ist, wenn ich dann dreimal, viermal neu anrufen muss, weil ich jedes Mal wieder rausfliege."

Streit um neues 5G-Netz

Dafür, dass die Situation besser wird, ist pikanterweise auch die Bundesregierung mitverantwortlich. Denn Abhilfe schaffen könnte theoretisch der neue Mobilfunkstandard 5G. Die Lizenzen für den Aufbau des superschnellen 5G-Netzes verkauft der Staat Anfang 2019 an die Mobilfunkbetreiber. Ursprünglich sollte der Erwerb einer Lizenz an die Verpflichtung gekoppelt werden, das 5G-Netz lückenlos aufzubauen - mit einer 100-prozentigen Netzabdeckung auch der entlegenen Landstriche.

Doch dagegen liefen die Provider Sturm, denen eine lückenlose Versorgung zu teuer ist. In einem Brief an Altmaier erklärten sie, dies sei "ökonomisch in keiner Weise darstellbar und rechtlich nicht haltbar". Aktuell ist die Forderung zur Vollabdeckung in den Bedingungen für die 5G-Versteigerung nicht mehr enthalten.

Mehr über den Konflikt zwischen Bundesregierung und Providern bei der Versteigerung der 5G-Lizenzen lesen Sie hier

Quellen: Manager Magazin / Spiegel Online 

bak