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Riesiger Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex: Wirtschaft wieder in Partylaune

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli sensationell verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg kräftig an - es ist der größte Sprung nach vorne seit der deutschen Wiedervereinigung.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli so stark verbessert wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg überraschend um 4,4 auf 106,2 Punkte und damit auf das höchste Niveau seit drei Jahren, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag mit. "Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Analysten waren begeistert, sie hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 101,6 Zähler gerechnet.

An den Börsen sorgte das Ergebnis für kräftige Kursaufschläge. Der Euro stieg nach Bekanntgabe der Daten über die Marke von 1,29 Dollar. Der deutsche Aktienindex Dax baute seine Gewinne aus. "Das ist eine Wahnsinnszahl", sagte Commerzbank-Experte Ralph Solveen. "Das sind bombige Zahlen, unglaublich was da abgeht", sagte auch Dekabank-Experte Andreas Scheuerle. "Diese ganz tolle Zahlen unterstreichen, dass die deutsche Konjunktur im Moment im europäischen Vergleich richtig gut läuft."

Von Fußball-Weltmeisterschaft und Hitzewelle profitiert

Die 7000 befragten Unternehmen schätzten sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die Lage deutlich besser ein als zuletzt. Das Barometer für die Erwartungen stieg um drei auf 105,5 Punkte, der Lage-Index sogar um 5,6 auf 106,8 Punkte. Die Stimmung verbesserte sich in allen großen Branchen: von der Industrie über den Groß- und Einzelhandel, bis hin zum Bauhauptgewerbe und den Dienstleistern. Teile der Wirtschaft hätten von der Fußball-Weltmeisterschaft und die Hitzewelle profitiert, vor allem die Getränke-Industrie und Gaststätten, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger.

Experten rechnen aber damit, dass die deutsche Wirtschaft ihre Schlagzahl in den kommenden Monaten verringern wird. "Wir werden nicht in diesem Tempo weiterfahren können, dann würde der Motor heißlaufen", sagte Debeka-Bank-Experte Scheuerle. "Die Konjunktur schaltet im zweiten Halbjahr einen Gang zurück, bricht aber nicht ein." Befragte Analysten rechnen für das laufende dritte Quartal mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 Prozent nach 1,0 Prozent im Frühjahrsquartal.

zen/Reuters / Reuters