Schweizer Großbank UBS Terrorgeld, nein danke

Die größte Schweizer Bank UBS bricht die Geschäftsbeziehungen zum Iran ab. Seit Jahresanfang gibt es keine Geschäfte mehr mit iranischen Privat- und Geschäftskunden - ausgenommen Exil-Iraner. Ähnliches soll mit Syrien geplant sein.

Die Schweizer Großbank UBS wendet sich von so genannten Schurkenstaaten ab. Nicht aus politischen Motiven, sondern aus wirtschaftlichen Überlegungen und wegen Reputationsrisiken steigt die größte Vermögensverwalterin der Welt aus dem Geschäft mit Kunden im Iran aus. Gleiches gilt teilweise auch für Syrien. Dass die UBS mit ihrem wichtigen US-Standbein Vorsicht im Umgang mit Kunden aus jenen Ländern walten lässt, die von den USA als Schurkenstaaten angeprangert werden, erstaunt nicht. Völlig neu ist aber, dass die Bank öffentlich bestätigt, die Geschäfte mit Kunden aus dem Iran und teilweise auch aus Syrien abgebrochen zu haben. Statistiken der Schweizer Zentralbank zufolge haben iranische Kunden Vermögen im Umfang von 1,4 Milliarden Schweizer Franken (rund 955 Millionen Euro) bei Schweizer Banken liegen. Der größte Teil davon liegt bei den beiden größten Banken des Landes, UBS und Credit Suisse.

Bisher Informationen über andere Länder tabu

Bisher galt bei Auskünften über die Einschätzung der Risiken in einzelnen Ländern die sprichwörtliche Diskretion der Schweizer Bankiers. Die Großbank begründet die Praxisänderung damit, es könne ohnehin nicht geheim gehalten werden, wenn man einem Kunden schriftlich mitteilen müsse, dass sein Bankdepot aufgelöst werde. Deshalb habe man sich entschlossen, den Rückzug aus dem Iran-Geschäft zu bestätigen. Dennoch dementierte die UBS, der Schritt erfolge aus politischen Gründen. Vielmehr machten die Erträge, die aus den Geschäften zu erwarten seien, die hohen Kosten nicht wett.

Zeitlich fällt das "Coming out" mit den Berichten über die Umlagerung der Währungsreserven Irans zusammen, weg von den Banken der EU-Länder auf Off-Shore-Plätze und möglicherweise auch in die Schweiz. Dies ist kaum ein Zufall, auch wenn die UBS die Auflösung der Geschäftsbeziehungen mit Teheran bereits im vergangenen Herbst einleitete. Denn die Schweizer Großbanken haben nach Darstellung von Finanzplatz-Experten kein Interesse, in der gegenwärtigen Diskussion als möglicher Zufluchtsort für offizielle iranische Gelder in die Schlagzeilen zu geraten. Vor allem nicht in den USA.

Ähnliches Vorgehen mit Syrien

Die UBS ist seit der Übernahme von PaineWebber im Vermögensverwaltungsgeschäft in den USA zudem deutlich stärker exponiert als die Credit Suisse. Zugleich bestätigte die UBS nun zum ersten Mal, dass sie sich auch von Syrien abgewandt hat. Dem Vernehmen nach sind im Falle Syriens die Privatkunden im Unterschied zum Iran nicht vom Abbruch der Geschäftsbeziehungen betroffen. Bereits vor mehr als einem Jahr gab es Gerüchte, dass die UBS die Beziehungen zur Commercial Bank of Syria (CBS) abgebrochen und Konten in Milliardenhöhe aufgelöst hatte.

Das US-Finanzministerium hatte die CBS - die staatliche syrische Außenhandelsbank und das mit Abstand größte Finanzinstitut Syriens - im Mai 2004 als Geldwaschanlage für Terroristen und das Regime von Saddam Hussein gebrandmarkt. Außerhalb der USA kamen deshalb Befürchtungen auf, dass Banken, die weiterhin mit der CBS geschäftliche Beziehungen unterhalten, Maßnahmen der USA riskierten.

Vorsicht wegen US-Notenbank

Die Schweizer "SonntagsZeitung", die den Rückzug der UBS aus dem Iran bekannt gemacht hatte, erinnerte schließlich an die Probleme der Großbank in den USA wegen des Dollarnotenhandels. Die US-Notenbank hatte im Mai 2004 gegen die UBS eine Strafe von 100 Millionen Dollar verhängt, weil die Großbank Restriktionen verletzt hatte, die für Länder mit US-Sanktionen gelten.

mit Reuters, AP AP

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