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Sesselrücken: WestLB-Chef Fischer muss gehen

Der WestLB-Aufsichtsrat hat sich offenbar darauf geeinigt, Vorstandschef Thomas Fischer und Risikovorstand Matthijs van den Adel abzuberufen. Auch Finanzvorstand Hans-Jürgen Niehaus dürfte höchstwahrscheinlich sein Amt verlieren.

Von Tim Bartz

Fischers Vize Norbert Emmerich und der für den Eigenhandel zuständige Vorstand Werner Taiber sollen dagegen ihre Posten behalten. Die Personalien sollen am Mittwochnachmittag auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf bekannt gegeben werden.

Zuvor findet ab 14 Uhr die entscheidende außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrates der Landesbank statt, die durch riskante Aktienspekulationen mindestens 243 Mio. Euro verloren hat. Die verschiedenen Ausschüsse des Aufsichtsrates tagen bereits seit 10 Uhr - und seitdem stehe auch fest, dass Fischer gehen muss, heißt es in den Kreisen.

Ob Emmerich Fischers Nachfolger wird, ist noch unklar. Wahrscheinlicher sei, dass ein Externer dem charismatischen früheren Deutsche-Bank-Vorstand folge. Als aussichtsreicher Kandidat für die Fischer-Nachfolge gilt Ulrich Schröder, der derzeit die NRW.Bank leitet. Die NRW.Bank ist nach der Abspaltung von der WestLB die Förderbank des von CDU und FDP regierten Landes Nordrhein-Westfalen. Schröder gilt als CDU-nah.

Die Sitzung des Aufsichtsrates war auf Druck der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht einberufen worden. Deren Präsident Jochen Sanio nimmt sogar persönlich an der Sitzung teil. Die Aufsicht wirft dem WestLB-Vorstand vor, im Sommer 2006 den Aufsichtsrat über das Ausmaß der Spekulationsverluste getäuscht zu haben. Nach Informationen aus WestLB-Kreisen soll Fischer auf der fraglichen Sitzung allerdings nicht anwesend gewesen sein - geleitet habe die Sitzung sein Stellvertreter Emmerich, der jetzt seinen Posten behält.

FTD