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Spekulationen um Austritt Griechenland: Eurodrama belastet Börsen in Italien und Spanien

Die Furcht vor einer Eskalation der Euro-Krise macht sich an den Finanzmärkten bemerkbar: Die Börsen in Italien und Spanien geraten massiv unter Druck, sogar in Japan ist die Nervosität zu spüren.

Die Furcht vor einer Eskalation der Euro-Krise hat die Börsen in Italien und Spanien am Montag unter Druck gesetzt. Der Leitindex in Madrid gab in der Spitze um 3,6 Prozent nach, in Mailand ging es um 2,9 Prozent bergab. Der italienische Aktienmarkt notierte damit so schwach wie seit März 2009 nicht mehr. In Athen lag die Börse 2,8 Prozent im Minus. Der Dax fiel am Vormittag bei anziehenden Umsätzen um 1,4 Prozent, der EuroStoxx gab um 1,8 Prozent nach. "Die Angst, dass eine Pleite Griechenlands auch Spanien und Italien mit in den Abgrund zieht, ist wieder da", sagte ein Händler.

Griechenland steuert Medienberichten zufolge auf einen Staatsbankrott zu. Die wichtigsten Geldgeber des Landes, allen voran Deutschland, seien nicht mehr bereit, Athen über die bisherigen Zusagen hinaus Kredite zur Verfügung zu stellen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Montag. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) wolle dem Land kein Geld mehr leihen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) glaubt kaum noch daran, dass Athen die notwendigen Reformen für einen Verbleib in der Eurozone umsetzen kann. Dem Bericht zufolge benötigt Athen wohl weitere Darlehen von bis zu 50 Milliarden Euro.

Sorge um Eurozone treibt auch asiatische Finanzmärkte um

Auch aus Spanien kamen keine guten Nachrichten: Nach Valencia muss nun offenbar bald Murcia als zweite spanische Provinz die Zentralregierung in Madrid um Finanzhilfen bitten. "Für Spanien wird es zusehends kritischer - die Tage ohne ein volles Hilfspaket dürften gezählt sein", sagte ein Händler.

Die europäischen Bankenwerte reagierten besonders sensibel auf die neuen Hiobsbotschaften. Einige italienische Titel wie die UniCredit, Mediobanca oder die Intesa Sanpaolo wurden vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Der europäische Bankendindex fiel im frühen Handel um mehr als drei Prozent, der griechische Finanzindex um 4,4 Prozent.

Die Sorge um ein weiteres Abgleiten einiger Euroländer hat auch die asiatischen Finanzmärkte umgetrieben. In Tokio sanken die Aktienkurse auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen, auch außerhalb Japans verloren die Indizes um durchschnittlich rund zwei Prozent.

fro/Reuters/AFP / Reuters