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STEUERN: Doch keine generelle Steuer auf Aktienkursgewinne

Besitzer von Aktien, Investmentfonds und Immobilien dürfen aufatmen: Sie sollen nun doch nicht generell Steuern auf Gewinne zahlen müssen.

Die Finanzpolitiker von SPD und Grünen erzielten eine entsprechende Verständigung, wie die finanzpolitische Sprecherin der Grünen- Fraktion, Christine Scheel, am Dienstag mitteilte. Demnach soll es bei der heutigen Spekulationsfrist für Immobilien von zehn Jahren bleiben. Nur bei einem Verkauf innerhalb dieser Frist seit der Anschaffung muss der Wertzuwachs besteuert werden. Bei Aktien und Fonds solle die heute für Kursgewinne geltende Spekulationsfrist von einem Jahr verlängert werden, sagte Scheel. Im Gespräch seien fünf Jahre. Dies sei aber noch nicht entschieden.

Schlappe für Eichel

Bundesfinanzminister Hans Eichel hatte geplant, die Spekulationsfristen abzuschaffen und Kursgewinne von Aktien und Fonds sowie den Wertzuwachs von Immobilien bei einem Verkauf generell zu besteuern.

Mehr 'Steuerehrlichkeit'

Wirtschaft, Börse und Aktionärsvertreter hatten besonders kritisiert, auch früher erworbene Anlagen in die Steuerpflicht einzubeziehen. Scheel sagte dazu: »Auf keinen Fall wird es eine Rückwirkung der Besteuerung geben.« Denn »dies würde exakt die treffen, die im Vertrauen auf das Steuerrecht frühzeitig private Altersvorsorge betrieben haben«. Wichtig bleibe, dass jetzt über Kontrollmitteilungen der Banken an den Fiskus »ein ganzes Stück Steuerehrlichkeit« hergestellt werde.