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Wahl des Bundespräsidenten: Schwan punktet bei den Grünen

Die Bundespräsidentschaftskandidatin der SPD, Gesine Schwan, hat bei den Grünen offenbar einen guten Eindruck hinterlassen: Auf der Fraktionssitzung überzeugte sie manchen Skeptiker - und hat damit einen weiteren Schritt in Richtung Präsidentenamt gemacht.

Von Markus Baluska

Der SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan, ist offenbar ein überzeugender Auftritt in der Bundestagsfraktion der Grünen gelungen. Der grüne Sozialpolitiker Markus Kurth empfahl nach der Sitzung seiner Partei Gesine Schwan bei der Wahl im Mai 2009 zu unterstützen. stern.de sagte Kurth: "Ich finde, wir könnten jetzt schon sagen, dass wir sie wählen." Offiziell will sich die Partei erst im Herbst festlegen, wem ihre Vertreter in der Bundesversammlung ihre Stimme geben sollen.

Gesine Schwan hat sich viel Zeit genommen, für ihre Bewerbung bei den Grünen. Dem Vernehmen nach musste sie auch eine Reihe kritischer Fragen beantworten, zum Beispiel zu ihrem Verhältnis zur Linken, auf deren Stimmen sie angewiesen ist, wenn sie mit absoluter Mehrheit ins höchste Amt des Staates gewählt werden will. Viele Grüne Abgeordnete waren beeindruckt von dem klaren inhaltlichen Profil, das Gesine Schwan in der gut dreistündigen Sitzung zeichnete.

Ein kleiner Schritt auf dem Weg ins Schloss Bellevue

"Demokratie kann Freude machen, das hat sie rübergebracht", sagte die Grüne Finanzexpertin Christine Scheel stern.de. Scheel sieht in ihrer Partei auch eine Tendenz, Gesine Schwan zu unterstützen, obwohl manche auch für eine Wiederwahl Horst Köhlers seien. Köhlers Afrika-Politik wird von vielen Grünen geschätzt. "Es ist gut für die Demokratie, dass es zwei gute Kandidaten für das Amt gibt", meint Scheel.

Einen kleinen Schritt auf dem Weg ins Schloss Bellevue ist Gesine Schwan wohl weitergekommen. Telnehmer berichten, dass der Beifall der Grünen bei der Verabschiedung der SPD-Kandidatin deutlich intensiver war als zur Begrüßung. Es ist ihr also anscheinend gelungen, manch einen grünen Skeptiker mitzunehmen.