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Streiks: Lufthansa streicht zehn Prozent der Flüge

Die Streiks bei der Lufthansa zeigen Wirkung: Die Airline streicht für die nächsten Tage zehn Prozent ihrer Flüge. Betroffen sind zunächst die Deuschland- und Europaverbindungen. Auch auf den Langstrecken gibt es Ausfälle.

Der unbefristete Streik bei der Lufthansa zeigt zunehmend Wirkung. Am dritten Streiktag der Gewerkschaft Verdi kündigte Lufthansa einen Sonderflugplan mit zehn Prozent weniger Flügen im Europaverkehr einschließlich Deutschland an.

Auf der Langstrecke fallen 28 Flüge aus. Am stärksten ist Frankfurt mit zwölf Abflügen betroffen, in München und Düsseldorf entfällt jeweils ein Start, wie das Unternehmen mitteilte. Auch die Rückflüge entfallen. Die meisten der Flüge waren für Ziele in Amerika und Asien geplant.

Der Sonderflugplan für die kommenden fünf Tage diene dazu, den Passagieren Planungssicherheit zu geben. Zuvor waren durch die Streiks rund vier Prozent aller Lufthansa-Flüge gestrichen worden. Zum Sonderflugplan gibt es Auskünfte unter der Telefonnummer 0800 - 850 60 70 sowie auf der Webseite der Lufthansa.

Durch den Streik konnten am Mittwoch sechs Maschinen nach Amerika, Indien und Dubai nicht abheben, auch die Rückflüge mussten gestrichen werden. Lufthansa versuchte, die betroffenen Passagiere auf andere Maschinen oder die Bahn umzubuchen.

Finanziell getroffen wird Lufthansa laut Verdi auch durch Streiks im Frachtbereich. Der Umschlag bei Lufthansa Cargo am Drehkreuz in Frankfurt sei "völlig zum Erliegen gekommen", sagte Verdi-Sprecher Harald Reutter. Auch die Werft in Hamburg sei "komplett dicht". Ein Unternehmenssprecher der Werft räumte zwar Produktionsbehinderungen ein. In den Hallen werde aber weiter gearbeitet. "Wir können von Hamburg aus noch alle Kunden bedienen", hieß es. Auch Lufthansa Cargo wies die Darstellung zurück: Die Frachtflugzeuge seien planmäßig im Einsatz, auch der Umschlag funktioniere. Man habe auch externe Firmen und Mitarbeiter aus dem Ausland im Einsatz.

"Es wird sich jetzt von Tag zu Tag die Lage verschärfen", sagte Reutter. Wie an den beiden Vortagen hätten sich erneut rund 5000 Mitarbeiter an dem Streik beteiligt. Nach Angaben von Verdi soll der Streik am Donnerstag fortgesetzt werden. Besondere weitere Aktionen seien nicht notwendig, weil die Auswirkungen des Streiks sich automatisch steigerten, hieß es in Frankfurt. Für Berlin kündigte die Gewerkschaft dagegen eine Ausweitung des Arbeitskampfes an. Die Gewerkschaft bestreikt unter anderem die Wartung von Flugzeugen, so dass die Lufthansa Maschinen außer Betrieb stellen musste.

Die Gewerkschaft verlangt für rund 50.000 Lufthansa-Beschäftigte am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent mehr Geld. Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung angeboten. Verdi will auch für die Mitarbeiter in der Kabine verhandeln, hat dort aber deutlich weniger Mitglieder als die konkurrierende Unabhängige Flugbegleiter Organisation UFO.

DPA / DPA