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TARIFE: Keine überzogenen Lohnforderungen

Mit Blick auf die künftige Beschäftigungsentwicklung warnte BDI-Chef Rogowski: vor Tarifabschlüssen von drei Prozent und darüber.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat mit Blick auf die künftige Beschäftigungsentwicklung vor Tarifabschlüssen von rund drei Prozent und darüber gewarnt. BDI-Präsident Michael Rogowski sagte im Deutschlandradio: »Ich äußere mich im Moment nicht zu Zahlen. Ich sage nur, die Lohnentwicklung darf sich nicht oberhalb der Produktivitätsentwicklung bewegen, und wir müssen davon ausgehen, dass die Produktivitätsentwicklung im nächsten Jahr deutlich unter drei Prozent liegen wird.« Der BDI-Präsident forderte zugleich von der Bundesregierung eine stärkere Deregulierung des Arbeitsmarktes und eine stärkere Senkung von Sozialabgaben und Nebenkosten für Beschäftigte.

Zu hohe Löhne verhindern neue Stellen

Rogowski warnte vor der Gefahr, dass bei zu hohen Lohnabschlüssen nichts mehr für die Schaffung neuer Stellen übrig bleibt. »Wenn wir den ganzen Produktivitätsfortschritt verteilen, dann schaffen wir keine neuen Arbeitsplätze«, sagte er. Erst ein deutsches Wirtschaftswachstum von über zwei Prozent stellt sicher, dass die Wirtschaft wenigstens ein wenig tun kann, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Im Grunde ist aber dafür ein Wachstum von über drei Prozent erforderlich, »das wir aber nicht haben«, so Rogowski. Zu einer moderaten Lohnpolitik hatten zuvor auch schon der parteilose Bundeswirtschaftsminister Werner Müller und Forschungsinstitute aufgerufen. Im nächsten Frühjahr steht etwa in der Metallbranche eine neue Tarifrunde an.

Rogowski forderte darüber hinaus von der Regierung, die in den vergangenen zwei Jahren eingeführten neuen Regulierungen am Arbeitsmarkt wie etwa das Recht auf Teilzeitarbeit oder das geplante neue Betriebsverfassungsgesetz rückgängig zu machen beziehungsweise darauf zu verzichten. Darüber hinaus sprach er sich wie bereits die Opposition wegen der lahmenden Konjunktur dafür aus, die für 2003 und 2005 geplanten Steuerentlastungen vorzuziehen und die Reform der Sozialsysteme voranzutreiben.