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Bürgschaft bis 2024: Bund und Länder sichern Modemarke Tom Tailor mit Staatshilfen in Millionenhöhe ab

Die Bundesregierung sowie die Länder Hamburg und Nordrhein-Westfalen übernehmen für die Modemarke Tom Tailor eine Bürgschaft bis 2024. Alle Probleme sind für die Tom Tailor Holding damit aber trotzdem noch nicht gelöst.

Logo der Modemarke Tom Tailor

Der Modemarke Tom Tailor wurde eine Bürgeschaft zugesagt, dem Tochterunternehmen Bonita GmbH allerdings nicht

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Staatshilfen in Millionenhöhe sollen die in der Corona-Krise in Schieflage geratene Modemarke Tom Tailor absichern. Wie die Hamburger Tom Tailor Holding am Montagabend mitteilte, hätten Bundesregierung und die Länder Hamburg und Nordrhein-Westfalen der Tom Tailor GmbH eine Bürgschaft in Höhe von 100 Millionen Euro zugesagt. Die besicherte Finanzierung habe eine Laufzeit bis Ende September 2024. Der Konzern zählt derzeit etwa 3400 Mitarbeiter.

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Laufzeiten der Kredite für Tom Tailor verlängert

Auch die Banken hätten sich grundsätzlich bereit erklärt, bis dahin alle Kreditlinien mit einem Volumen von insgesamt 355 Millionen Euro zu weitgehend unveränderten Konditionen zu verlängern. Zudem wolle der Mehrheitsaktionär der Holding, die chinesische Fosun International Limited, die Laufzeit eines der Tom Tailor GmbH gewährten Darlehens in Höhe von 28,5 Millionen Euro bis Ende 2024 verlängern, hieß es.

Eine für die ebenfalls zur Tom Tailor Holding gehörende Bonita GmbH beantragte Bürgschaft sei hingegen nicht zugesagt worden. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit sollte den Angaben zufolge noch am Montag ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung für das Unternehmen in Hamminkeln (Nordrhein-Westfalen) mit gut 2400 Beschäftigten beantragt werden. Zudem sei aufgrund der Verpflichtungen gegenüber der Bonita GmbH eine Insolvenz bei der Tom Tailor Holding SE unausweichlich. "Der Vorstand der Gesellschaft hat daher entschieden, heute beim zuständigen Amtsgericht Hamburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu beantragen", teilte der Konzern mit.

meh / DPA