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Trotz Konjunkturplus Arbeitgeber verweigern Lohnerhöhungen


Die deutsche Wirtschaft ist gut durch die Krise gekommen, und doch sollen die Arbeitnehmer bescheiden blieben - wenn es nach dem Willen der Arbeitgeber geht. Bevor die Löhne erhöht werden, so Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser, müsse die Wirtschaft "erst wieder zu Kräften" kommen.

Trotz des kräftigen Konjunkturaufschwungs in Deutschland lehnen führende Arbeitgebervertreter Lohnerhöhungen für die Belegschaften ab. In der "Bild"-Zeitung sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Karl Robl, es gebe "keinen Spielraum für Lohnerhöhungen". Zur Begründung sagte er: "Am Bauhauptgewerbe ist der Aufschwung noch nicht angekommen. Betriebe müssen höhere Löhne erstmal verdienen. Können sie das nicht, müssen Arbeitsplätze abgebaut werden."

Auch der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, sprach sich gegen ein spürbares Gehaltsplus aus. "Der Aufschwung hat noch längst nicht alle Sparten und Betriebe der Metall- und Elektronindustrie erfasst", sagte Kannegiesser. Nach dem bisher tiefsten Absturz müssten erst einmal die Betriebe wieder zu Kräften kommen. "Weder Dividenden noch Lohnsteigerungen stehen jetzt im Vordergrund."

"Viele Unternehmen beenden gerade erst die Kurzarbeit"

Der Verband der Familienunternehmer (ASU) warnte sogar vor Konjunktureinbußen. ASU-Präsident Patrick Adenauer sagte: "Viele Unternehmen schaffen es gerade erst, die Kurzarbeit zu beenden und wieder Weihnachtsgeld zu zahlen. Insofern sind Lohnforderungen, die völlig undifferenziert gestellt werden, ein Risiko für den Aufschwung."

Auch Beschäftigte im öffentlichen Dienst (Bundesländer) können in den anstehenden Tarifverhandlungen ab Januar offenbar nicht auf ein Gehaltsplus hoffen. Der Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), sagte der Zeitung: "Die Länderfinanzen bieten keinen Spielraum für Lohnerhöhungen." Es bestehe auch kein Nachholbedarf. "Das Lohnniveau bei den Ländern ist in den vergangenen Jahren gestiegen während es in der freien Wirtschaft gefallen ist", sagte Möllring.

DAPD dapd

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