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Übernahme-Streit: Schaeffler will Conti-Aufsichtsrat verdrängen

Bei der Übernahme des Autozulieferers Continental durch die Schaeffler-Gruppe wird weiter mit harten Bandagen gekämpft. Alles deutet darauf hin, dass Continental-Aufsichtsrat Hubertus von Grünberg aus dem Amt gedrängt werden soll. Schaeffler will eigene Vertreter in dem Gremium installieren.

Kurz vor der Entscheidung der EU-Kommission zur Übernahme des Autozulieferers Continental durch die Schaeffler-Gruppe eskaliert der Streit zwischen beiden Unternehmen. Mehreren Medienberichten zufolge will Schaeffler Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg aus dem Amt drängen. Zudem verlange Schaeffler die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, um möglichst schnell vier eigene Mitglieder in den Conti-Aufsichtsrat zu schicken. Die EU-Kommission will sich an diesem Freitag zu der Übernahme äußern.

An der Börse gewann die Conti-Aktie am Donnerstag zeitweise mehr als 15 Prozent und stieg auf rund 42 Euro. Händler sehen die Kursgewinne im Zusammenhang mit der auslaufenden Frist für die Überprüfung der Übernahme durch die EU-Kommission. Börsianer rechnen fest mit grünem Licht. Aktuell werde zudem darauf spekuliert, dass Schaeffler die ursprüngliche Vereinbarung zur Beschränkung auf 49,99 Prozent der Conti-Stimmrechte brechen könnte und einen Beherrschungsvertrag anstrebe.

Die Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach hatte sich im Sommer eine Übernahmeschlacht mit dem Conti-Management geliefert, an deren Ende die Franken die Hannoveraner zu einer umfassenden Zusammenarbeit drängen konnten. Schaeffler hatte für die Übernahme milliardenschwere Kredite ausgehandelt. Seit Wochen wird am Markt darüber spekuliert, dass Schaeffler angesichts der Finanz- und Autokrise Probleme bei der Finanzierung des Conti-Deals bekommen könnte.

DPA / DPA