US-Versicherungsgigant AIG macht größten Verlust aller Zeiten


Es ist der größte Quartalsverlust, den je ein US-Unternehmen gemacht hat. Der Versicherungsriese AIG verbuchte in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres 61,7 Milliarden Dollar Miese. Angesichts der verheerenden Bilanz will die Regierung in Washington erneut eingreifen.

Der taumelnde Versicherungsgigant AIG hat im vergangenen Vierteljahr mit 61,7 Milliarden Dollar den größten Quartalsverlust der Wirtschaftsgeschichte eingefahren. Der ehemalige Weltmarktführer erklärte am Montag, im Gesamtjahr habe sich das Minus sogar auf 99,3 Milliarden Dollar belaufen. Rekordhalter war bisher der Medienkonzern Time Warner, der 2002 in einem Quartal auf 54 Milliarden Dollar kam.

Angesichts der verheerenden Zahlen will die US-Regierung die American International Group zum dritten Mal vor der Pleite retten. Das Finanzministerium und die Notenbank erklärten am Montag, dem ehemaligen Weltmarktführer erneut bis zu 30 Milliarden Dollar zuzuschießen. Die Regierung in Washington hat bislang bereits 150 Milliarden Dollar in den AIG-Konzern gepumpt.

AIG hatte sich vor allem mit Versicherungen auf hochspekulative Papiere verzockt und gehört neben der Citigroup zu den größten Verlierern der Finanzkrise. Der einst weltgrößte Versicherer wird seit Herbst von den USA am Leben erhalten. Der Staat kontrolliert bereits einen Anteil von fast 80 Prozent. Die US-Regierung befürchtet, dass ein Zusammenbruch von AIG neue massive Turbulenzen auf den weltweiten Finanzmärkten auslösen könnte und stützt den Versicherer daher immer weiter.

Der Erzrivale der europäischen Versicherer Axa und Allianz mit etwa 100.000 Beschäftigten hat sich eine radikale Schrumpfkur verschrieben, um wieder zu gesunden. Zahlreiche Unternehmensteile sollen verkauft werden oder wurden schon abgestoßen - wie zum Beispiel der Spezialversicherer HSB, der für über 500 Millionen Euro an die Münchener Rück ging.

Reuters/AP/DPA AP DPA Reuters

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