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VERBRAUCHER: Neue Spielregeln im Schlussverkauf

Seit 1. Januar gilt das geänderte Kaufrecht: besonders wichtig sind die Änderungen bei der Rekalamation, weil jetzt andere Fristen zum Tragen kommen.

Die Preise purzeln in vielen Geschäften bereits seit Weihnachten - doch beim Winterschlussverkauf sind vom 28. Januar an erneut deutliche Preisnachlässe zu erwarten. In diesem Jahr müssen sich »Schnäppchenjäger« dabei auf ein paar Neuerungen einstellen, sagte Thorsten Meinicke von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in Kiel.

Neuregelung im Kaufrecht

Neben der doppelten Auszeichnung in Euro und Mark spielt dabei besonders die seit dem 1. Januar geltenden Neuregelungen des Kaufrechts eine Rolle. Zu beachten sind insbesondere Änderungen bei den Reklamationen: »Wenn der Käufer einen Mangel feststellt, kann er zunächst nur eine Reparatur verlangen oder die Lieferung einer fehlerfreien Ware«, so der Experte. Erst wenn eine vom Käufer genannte Frist verstrichen ist, hat er jetzt Anspruch auf die Rückerstattung des Kaufpreises. Um dabei keine Schwierigkeiten zu bekommen, sollte der Kaufbeleg mindestens zwei Jahre lang aufbewahrt werden - so lange dauert jetzt die gesetzliche Gewährleistungsfrist.

Umtausch meist freiwillige Leistung

Hängt etwa am Wäscheständer ein Schild »Schlussverkaufsware vom Umtausch ausgeschlossen«, so bezieht sich das nur auf die fehlerfreie Ware, erläutert Meinicke. Wenn ein Hemd also zu klein ist oder die Farbe nicht gefällt, ist der Umtausch demnach eine freiwillige Leistung des Verkäufers. »Also aufgepasst und nachgefragt, welche Rückgabekriterien gelten«, rät der Verbraucherschützer.

Einschränkung bei reduzierter Ware

Ist die Ware wegen eines Mangels herabgesetzt, besteht ebenfalls kein Umtauschrecht, so Meinicke. Werden später weitere Mängel entdeckt, gilt diese Regelung aber nicht: Wer etwa eine Hose wegen eines Farbfehlers gekauft habe und zu Hause die Knöpfe vermisse, kann das Kleidungsstück natürlich reklamieren.

Nicht billig, sondern ?-Preis

Besonders auf die Preisauszeichnung sollten Verbraucher achten, rät Meinicke: »Es muss für den Käufer klar erkennbar sein, ob es sich um den Euro- oder den DM-Preis handelt.« Es gibt allerdings keine Vorschrift, wie klein oder groß ein Preis geschrieben sein muss.

Hinsehen lohnt sich

Genaues Hinsehen kann sich für Verbraucher auch in ganz anderer Hinsicht lohnen: Wurden Artikel schon vorher verbilligt angeboten, so müssen sie am 28. Januar nochmal herabgesetzt werden, falls sie als Schlussverkaufsware gekennzeichnet sind. »Darauf sollte man als Käufer dann auch drängen«, so Meinicke.

Ausverkäufe sicher bis 2004

Eine von der EU-Kommission erwogene Einführung europaweiter Rabattregelungen würde die saisonalen Schlussverkäufe wahrscheinlich überflüssig machen - doch mit einer solchen Veränderung ist Experten zufolge kaum vor 2004 zu rechnen. Bis dahin stellten Winter- und Sommerschlussverkauf nach deutschem Recht nach wie vor eine Ausnahmeregelung bei den Rabattaktionen dar, erläutert Meinicke.