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Verkäufe schnellen hoch: Abwrackprämie lässt VW und Opel glänzen

Die von der Bundesregierung eingesetzte Umweltprämie beim Verkauf von Altautos lässt die Verkaufszahlen bei Volkswagen und Opel in die Höhe schnellen. Gefragt sind vor allem sparsame Kleinwagen. Opel meldet den besten Februar seit fünf Jahren, VW kann bereits angemeldete Kurzarbeit wieder absagen.

Die beiden Automobilhersteller Opel und Volkswagen profitieren von der Abwrackprämie. VW kann deswegen im März auf Kurzarbeit im Stammwerk verzichten, Opel registriert den besten Februar seit fünf Jahren. "Wir werden in Deutschland mehr als 40.000 Opel-Verkäufe in diesem Februar haben - das ist der beste Monat seit fünf Jahren", sagte Opel-Vertriebschef Thomas Owsianski laut Mitteilung am Montag in Rüsselsheim. Die gute Entwicklung habe die Marke auch der Entscheidung der Bundesregierung zu verdanken, die zuletzt eingebrochene Nachfrage mit der Abwrackprämie wieder anzukurbeln.

Ein ähnlicher Rückenwind könne Opel und der gesamte Automobilbranche auch auf anderen europäischen Märkten helfen. Allein am vergangenen Wochenende seien deutschlandweit über 2000 neue Autos von Opel verkauft worden. Von der Umweltprämie profitierten nach den Angaben vor allem die Kleinwagen Agila, Corsa und Meriva. Auch der neue Insignia, in den die Rüsselsheimer viel Hoffnung setzen, übertreffe die Erwartungen.

Betriebsrat favorisiert europäisches Modell

Doch die Prämie kann nicht über die schweren Probleme hinwegtäuschen, die Opel angesichts der Krise der amerikanischen Mutter General Motors (GM) drücken. Nach Angaben des Betriebsrates laufen die Vorbereitungen für eine Herauslösung von Opel aus dem Mutterkonzern auf Hochtouren. "Für uns gibt es nur eine Zukunftsperspektive, und die liegt in einem europäischen Modell", sagte der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrates Klaus Franz am Montag in Rüsselsheim. Das bedeute eine Abtrennung von Saab.

"Was übrig bleibt in Europa ist Opel und unsere Schwestermarke Vauxhall in England." Das sei der Kern des Vorschlags der Arbeitnehmervertreter im Opel-Aufsichtsrat für den von der Bundesregierung verlangten Sanierungsplan. Allerdings macht sich Franz keine Hoffnung auf eine Sanierung ohne Stellenabbau. "Das wird nicht ohne Schaden gehen und auch nicht ohne Arbeitsplatzabbau. Das sage ich klipp und klar und ohne Illusionen", betonte Franz. In den laufenden Verhandlungen mit dem Management forderten die Arbeitnehmervertreter allerdings, dass auf Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden müsse. Vielmehr solle die Last auf viele Schultern verteilt werden.

Ansturm auf VW Fox und Polo

Gute Ergebnisse verdankt auch VW der Umweltprämie. "Wir haben einen Ansturm auf Fox und Polo, aber mittlerweile auch auf den Golf", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Wolfsburg. "Wir verzeichnen derzeit einen überaus erfreulichen Bestelleingang."

So seien beispielsweise geplante arbeitsfreie Tage für den VW-Hauptsitz Wolfsburg im Monat März bereits abgesagt worden. "Wir arbeiten im März in Wolfsburg ganz normal, um der Kundennachfrage gerecht zu werden", sagte Osterloh. Bei Volkswagen würden zwar Teile der Belegschaften in dieser Woche in mehreren Werken kurzarbeiten. "Im Moment sieht es aber im Vergleich zu anderen gut für uns aus."

Der Betriebsratschef sprach sich für eine europaweite Abwrackprämie aus. Bisher gibt es eine solche Regelung in Deutschland, Frankreich und Italien. "Die Prämie kurbelt das Geschäft deutlich an. Wir haben alle unsere Betriebsratskollegen im Volkswagen Konzern angeschrieben und sie aufgefordert, sich auch in ihren Heimatländern für eine Umweltprämie nach dem deutschen Modell einzusetzen."

Der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, hatte gesagt, dank der Prämie dürften bis zu 400.000 Autos mehr verkauft werden. Mehr als die Hälfte der Wagen, die aufgrund der Umweltprämie verkauft wurden, stamme von deutschen Herstellern.

DPA/AP / AP / DPA