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VW-Hauptversammlung: Nach der Hochzeit kommt die Scheidung

Vom tosenden Applaus, mit dem Porsche bei VW empfangen wurde, ist nichts mehr übrig. Auf der Hauptversammlung wird das gestörte Verhältnis zwischen Niedersachsen, Porsche und Belegschaft mehr als deutlich. Statt den Einstieg zu feiern, streitet man über Macht und Einfluss vor Gericht.

Von Marcus Gatzke

Es ist kühl im Saal 1 des Hamburger Congress-Centrums, aber nicht allein aufgrund der Klimaanlage, die für die große Zahl der Aktionäre für ein angenehmes Verweilen während der Hauptversammlung der Volkswagen AG sorgen soll. Im Aufsichtsrat und unter den Großaktionären von Europas größtem Automobilkonzern tobt ein heftiger Kampf um Einfluss und Macht. In der linken Ecke: das Land Niedersachsen und die Arbeitnehmervertreter. In der rechten Ecke: das Familienunternehmen Porsche, das mittlerweile mehr als 30 Prozent an VW hält.

Vor zwei Jahren wurde der Einstieg des Sportwagenherstellers bei VW gefeiert - jetzt ist Porsche zum Feind geworden. Von dem Applaus, mit dem der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen einst von der Belegschaft in Wolfsburg empfangen wurde, ist nichts, aber auch gar nichts mehr übrig.

Wie unterkühlt die Stimmung ist, zeigt der Umgang zwischen neuen und alten Anteilseignern. Wendelin Wiedeking, der als Porsche-Chef im Kontrollgremium von VW sitzt, begrüßt beim Betreten des Saals die Vertreter von der Kapitalseite im Aufsichtsrat einzeln per Handschlag. Nur einer wird ausgespart: Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Die beiden Kontrahenten versuchen sich unter den Blitzgewitter der Fotografen in Scherzen, bleiben aber immer auf kritischer Distanz. Man belauert sich.

Kampf um die Entscheidungshoheit

Gleichzeitig buhlen beide um die Aufmerksamkeit der Presse: Kaum hat sich Wiedeking aufgemacht, den Vorstand von Volkswagen zu begrüßen, und so indirekt das Interesse der Fotografen von Wulff ablenkt, folgt ihm der Ministerpräsident. Rücken an Rücken schütteln sie Hände und lächeln wohlfeil in die Kameras. Keiner will dem anderen das Schlachtfeld - oder konkret: die Macht bei VW - kampflos überlassen.

Worum geht es? Porsche will seinen Anteil an Volkswagen auf über 50 Prozent ausbauen. Grundsätzlich kein Problem, nur würde ein Mehrheitsbesitz einen erwünschten Effekt nicht bringen: die Entscheidungshoheit. Dem steht das so genannte VW-Gesetz entgegen. Es beschränkt die Stimmenzahl der Aktionäre auf 20 Prozent, egal wie hoch der Anteilsbesitz wirklich ist. Gleichzeitig reichen schon 20 Prozent der Stimmen, um wichtige strategische Entscheidungen zu blockieren.

Der Europäische Gerichtshof hat das Gesetz im Oktober 2007 kassiert, aber nicht in der Deutlichkeit, die sich die Vertreter von Porsche gewünscht haben. Das Land Niedersachsen, das mit 20,1 Prozent an VW beteiligt ist, will die Satzung von Volkswagen so ändern, dass sie den europäischen Vorgaben entspricht, aber letztlich die geringere Sperrminorität erhalten bleibt. Porsche hätte damit mehr Stimmen auf Aktionärstreffen, Niedersachsen aber weiterhin die Möglichkeit, den Konzern aus Stuttgart-Zuffenhausen bei entscheidenden Weichenstellungen auszubremsen. Porsche will dagegen auch die geringere Sperrminorität aus der Satzung streichen lassen.

Wiedeking verhebt sich als Mr. Universum

Vor den Toren des Congress-Zentrums kämpfen Wulffs Verbündete: Die IG Metall und der VW-Betriebsrat. "Sending out an SOS, Sending out an SOS", dröhnt aus großen Boxen ein Popsong der Gruppe "Police". Der Betriebsrat sendet ein Notrufsignal: Die VW-Beschäftigen fürchten um ihre Rechte. Porsche will die Zahl der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der neuen Porsche Holding auf drei begrenzen. Unabhängig von der um ein Vielfaches höheren Zahl an Beschäftigten soll der VW-Betriebsrat genauso viele Vertreter entsenden wie die Kollegen von Porsche.

Für den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh ein Unding: "Wir gehen notfalls durch alle Instanzen", kündigte er bereits am Mittwoch in einem Interview mit stern.de an. Osterloh stützt zudem das Bestreben Niedersachsens, die Sperrminorität für das Land zu erhalten: "Ich habe gerne noch einen zweiten Aktionär, der andere Schwerpunkte setzt."

Zusammen mit der IG Metall hat er deshalb mobil gemacht: Auf Transparenten wird Wiedeking als Mr. Universum, nur verhüllt durch einen Stringtanga mit Porsche-Logo, dargestellt, der sich an Volkswagen verhebt. "Er will die Mitbestimmung aushebeln", schimpft einer der Protestierenden und bläst zusammen mit seinem Kollegen in seine Trillerpfeife. Vom Heilsbringer ist Porsche binnen kürzester Zeit zum Buhmann der Belegschaft geworden. "Wir lassen uns nicht kleinkriegen", lautet das Motto der VW-Beschäftigten.

Für sie sind der Aktionär Niedersachsen und die höhere Mitbestimmung ein Garant für die Stabilität des Unternehmens und für die Sicherung der Beschäftigung. Porsche dagegen ist für sie ein schwarzes Loch. Wiedeking und mit ihm die Familie Porsche hatte VW bis jetzt weit gehend im Unklaren gelassen, wie die künftige Strategie aussehen soll. Bei VW seien "heilige Kühe zu schlachten", teilte Wiedeking den Wolfsburgern kurz nach dem Einstieg mit. Nicht gerade eine freundliche Begrüßung bei einem Unternehmen, das seit Jahrzehnten auf eine verstärkte Mitbestimmung setzt.

Porsche-Einstieg könnte zu Possenspiel werden

So, fürchten viele bei Volkswagen, kann eine erfolgreiche Hochzeit nicht funktionieren und verweisen darauf: Porsche braucht Volkswagen, Volkswagen aber nicht Porsche. Der noch vor wenigen Jahren stark angeschlagene Wolfsburger Konzern macht wieder mit glänzenden Zahlen auf sich aufmerksam und könnte in einigen Jahren sogar in der Lage sein, zum Weltmarktführer Toyota aufzuschließen. Die Entwicklung ist Balsam für die Seele von VW, die durch die Lustreisen-Affäre rund um den ehemaligen Personalvorstand Peter Hartz in den vergangenen Jahren arg strapaziert worden ist. Die glänzenden Zahlen machen die Belegschaft zudem deutlich kritischer gegenüber einem neuen Großaktionär Porsche.

Im Saal wird derweil über die geplante Änderung der Satzung gestritten. Eine Einigung ist nicht in Sicht - bereits auf der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch standen sich die beiden Parteien gegenüber, ein Kompromiss wurde nicht gefunden. Es gebe keine Mehrheiten, weder für die Anträge von Porsche noch für die des Landes, sagt Ministerpräsident Wulff und fügt an: Dann müsse es eben rechtlich geklärt werden. Niedersachsen sei bereit, dem Streit "beizutreten", sollte Porsche, wie zu erwarten ist, vor Gericht ziehen. Damit würde der zu Beginn von allen so gefeierte Einstieg von Porsche endgültig zum Possenspiel.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(