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Wettbewerbsfähigkeit in der Eurozone: Deutsche Wirtschaft ist spitze

Wir sind wieder wer: Wie aus einem Bericht des Weltwirtschaftsforums hervorgeht, hat die deutsche Wirtschaft den Spitzenplatz unter den wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Eurozone erklommen. Allerdings: 2011 verliert der Aufschwung wohl wieder an Schwung.

Deutschland ist zur wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaft in der Eurozone aufgestiegen. Die Deutschen jagten den Finnen den Spitzenplatz unter den Euroländern ab, wie aus dem globalen Wettbewerbsbericht hervorgeht, den das Schweizer Weltwirtschaftsforum am Donnerstag in Peking vorlegte.

Im weltweiten Vergleich arbeitete sich Deutschland um zwei Plätze auf den fünften Rang hoch. Dagegen haben die USA haben in der Krise an Konkurrenzfähigkeit verloren. Die größte Volkswirtschaft der Welt büßte auf der globalen Liste zwei Ränge ein und fiel auf Platz vier. Weltweit steht die Schweiz an der Spitze, gefolgt von Schweden und Singapur.

China führt die Schwellenländer an

China verbesserte seine Wettbewerbsfähigkeit weiter und kletterte um zwei Plätze auf den 27. Rang. Die zweitgrößte Wirtschaftsnation führt damit die Schwellenländer an. Brasilien (58.) und Indien (51.) hinken weit hinterher. Die drittgrößte Volkswirtschaft in Japan stieg von Platz acht auf sechs.

In Deutschland sieht das Forum, das rund 110 Indikatoren misst, eine Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes. Deutschland liegt vorne bei der Infrastruktur, auch wird eine wirksame Wettbewerbspolitik bescheinigt. Doch sei der deutsche Arbeitsmarkt wegen mangelnder Lohnflexibilität und des starken Kündigungsschutzes zu unbeweglich. Das habe in der Krise aber die Arbeitslosigkeit niedrig gehalten.

Prognose: Wirtschaftswachstum halbiert sich 2011

Das Wirtschaftswachstum wird sich jedoch nach Einschätzung des Kieler IfW-Instituts im nächsten Jahr halbieren. Für 2011 sei mit einem Anziehen der Konjunktur um 1,7 Prozent zu rechnen, nach 3,4 Prozent in diesem Jahr, teilte das Institut für Weltwirtschaft (IfW) zu seiner neuen Prognose mit. Wie andere Experten erhöhten die Kieler ihre Schätzung deutlich. Bisher hatten sie für 2010 nur 2,1 und für 2011 1,2 Prozent Wachstum veranschlagt. Die deutsche Wirtschaft bleibe damit in nächster Zeit vergleichsweise robust, allerdings werde die Erholung an Schwung verlieren.

Jedoch dürfte die geringere globale Nachfrage in diesem und im nächsten Jahr der heimischen Wirtschaft weniger Schub bescheren, betonten die Forscher. "Denn der Höhepunkt der weltwirtschaftlichen Expansion scheint überschritten." Zudem bestünden erhebliche Risiken, da die Finanzkrise noch keineswegs überwunden sei. Die Wirtschaftspolitik habe ohnehin nur noch wenig Spielraum gegenzusteuern. Vor allem nehme die Staatsverschuldung in den Industrieländern weiter kräftig zu. "Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es erneut zu Turbulenzen an den Finanzmärkten kommt." Dies würde auch die Konjunktur in Deutschland beeinträchtigen.

Für den Arbeitsmarkt sagen die Forscher eine anhaltend positive Entwicklung voraus. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte im Jahresschnitt 2011 auf 2,9 Millionen sinken - rund 300.000 weniger als in diesem Jahr.

DPA/Reuters/be / DPA / Reuters