Wirtschaftshilfe andersherum Acht Milliarden Euro für Athen


Deutsche Groß-Banken und Versicherungen beteiligen sich mit Krediten und Anleihen in Höhe von acht Milliarden Euro am Hilfspaket für das verschuldete Griechenland. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Euro-Länder hatten sich darauf verständigt, in den kommenden drei Jahren Notkredite von bis zu 110 Milliarden Euro zu gewähren.

An den Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland beteiligt sich die deutsche Finanzwirtschaft mit rund acht Milliarden Euro. Der Beitrag der deutschen Kredit- und Versicherungswirtschaft zur Aufrechterhaltung der Finanzierung Griechenlands für die nächsten drei Jahre "beläuft sich auf ein Volumen von Krediten und Anleihen von gut acht Milliarden Euro", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Freitag in Berlin.

Führende Vertreter der Finanzwirtschaft, darunter Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, hatten sich am Dienstag mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) getroffen, um einen Beitrag zu den Hilfen für Griechenland zu diskutieren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Euro-Länder hatten sich darauf verständigt, dem südosteuropäischen Land in den kommenden drei Jahren Notkredite von bis zu 110 Milliarden Euro zu gewähren. Deutschland muss über die Staatsbank KfW bis zu 22,4 Milliarden Euro tragen.

In einer am Freitag vom Finanzministerium veröffentlichten Erklärung hieß es nun, die bei diesem Treffen vertretenen Unternehmen beabsichtigten, Griechenland und griechischen Banken eingeräumte und am 6. Mai 2010 bestehende Kreditlinien wenigstens für die kommenden drei Jahre "in vollem Umfang fortzuführen und diese weder zu kündigen noch die unter den Kreditlinien zur Verfügung stehenden Beträge zu reduzieren". Auslaufende Kreditlinien in Höhe von insgesamt rund 3,3 Milliarden Euro sollten durch "neu zu vereinbarende Linien oder andere Formen der Finanzierung ersetzt werden".

Die an der Vereinbarung beteiligten Unternehmen erklärten zudem, griechische Staatsanleihen für die kommenden drei Jahre zu halten. Für die in der Zwischenzeit auslaufenden Anleihen wollen die Institute demnach "Ersatzinvestitionen in Anleihen oder andere Formen der Finanzierung" in Höhe von insgesamt rund 4,8 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Welche Finanzunternehmen mit welchem Beitrag an den genannten Summen beteiligt sind, blieb zunächst offen. Die engagierten Institute riefen jedoch ihre Branche auf, sich an der Unterstützung für Griechenland zu beteiligen: "Die vertretenen Unternehmen ermutigen alle deutschen Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen, ebenfalls einen Beitrag zu leisten, um den Anpassungsprozess Griechenlands zu begleiten."

Die Haushaltskrise Griechenlands und die wochenlangen Diskussionen um internationale Hilfen für Athen hatten an den Finanzmärkten Angst vor einem Staatsbankrott des Landes mit weitreichenden Folgen für die gesamte Euro-Zone geschürt. Die europäische Gemeinschaftswährung verlor im Zuge der Diskussionen um die Stabilität der Euro-Zone beständig an Wert und erreichte zum Wochenende mit einem Kurs von weniger als 1,27 Dollar ein 14-Monats-Tief.

Auch die internationalen Hilfen für Griechenland hatten die Lage zunächst nicht beruhigen können. In den vergangenen Tagen kam es zu gewaltsamen Protesten mit Todesopfern gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung, das Athen als Gegenzug für die Hilfen von IWF und Euro-Ländern auflegen muss.

AFP/Reuters Reuters

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